Login: 
Passwort: 
Neuanmeldung 
Passwort vergessen



Das neue Heft erscheint am 1. Mai
Fliegen ohne Flugleiter – wir warten auf ...
Eindrücke von der AERO 2024
Notlandung: Diesmal in echt!
Kontamination von Kraftstoffsystemen
Kölner Handling-Agenten scheitern mit Klage
Unfall: Verunglücktes Änderungsmanagement
Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
Antworten sortieren nach:  Datum - neue zuerst |  Datum - alte zuerst |  Bewertung

Afrika-Leserreise 2011  
Zeigen: 

Weitere Fotos und Videos der Leserreise auch auf Instragram!
Flugdaten vom  
Zeit
(GMT)
Track
(deg)
GS
(kts)
GPS Alt
(ft)
VS
(fpm)
---
Zeit
Funkaufzeichnung / Textnachricht aus dem Cockpit
11:00:12 Nachricht: Und zum Abschluss malwieder Permission-Probleme. Kein Einflug nach Eritrea. Taktische Loesungen.
03:55:04 Nachricht: Sunrise! Ruhiger Flug. FL250. -7C. D.Alt 28.000 ft. 214 KTAS.
02:20:07 Nachricht: Nachtflug auer durch Kenia nach Aethiopien. Takeoff 4:00 loc in Sansibar.
Zwei Tage in Sansibar / Fuel-Uplift nach Äthiopien
Einträge im Logbuch: 28
Leserreise Crews feiern Abschlussparty in Fethiye
 
25. März 2011 Jan Brill

Leserreise: Tag 27


Heimweg mit Hindernissen: Durch Äthiopien nach Jeddah

Rund 1.800 NM hatten die Flugzeuge der Leserreise am Freitag zu Fliegen. Dabei galt es nicht nur das Tagesziel Jeddah zu erreichen, auch die Seneca, der die versprochene Avgasversorgung gleich an zwei Stellen zusammengebrochen war, musste durch einen Fuel-Uplift von Sansibar (HTZA) nach Dire Dawa (HADR) mehr oder minder durchgefüttert werden. Damit waren die Probleme jedoch noch nicht ganz beseitigt. Auch das allseits beliebte Thema Permissions sollte die Crews heute nochmals beschäftigen.


Die großen Turboprops der Gruppe brachten eine ausreichende Menge Avgas mit nach Dire Dawa um der Seneca den Weiterflug zu ermöglichen.
Für die Crews, die am Fuel-Uplift teilnahmen, begann der Tag früh. Gerade als es ruhig wurde im Stone Town von Sansibar war Aufstehen angesagt. Der Wecker klingelte gegen 2:10 Uhr, das Taxi wartete um 3:00 Uhr. Zeit sparten wir allerdings bei der Sicherheitskontrolle: Am Airport in Sansibar interessierte sich genau niemand für uns! Wunderbar! Alle Türen standen offen und wir konnten – ganz wie normale Menschen - einfach zum Flugzeug laufen.

Lediglich den Towerlotsen mussten wir aus dem Tiefschlaf wecken. Er ertrug die verrückten Deutschen, die da mitten in der Nacht Fliegen wollten mit Fassung und so konnten wir wie geplant um Punkt 4:00 Uhr Ortszeit Starten. Die Seneca war am Vortag schon nach Dire Dawa geflogen. Für uns war der Nachtflug quer durch Kenia weitgehend ereignislos, lediglich ein wunderschöner Sonnenaufgang und der Kampf mit den Lunchpaketen half beim Wachbleiben auf dem 980 NM langen Flug.


Dank des frühen Abflugs des Sprittransports erhielt die Seneca bereits um 8:45 Ortszeit den ersehnten Treibstoff in Dire Dawa. Mit leichtem Entsetzen stellten wir nach der Landung fest, dass es in Dira Dawa offensichtlich Avgas-Fässer von Äthiopien Airlines gab, diese stehen Fremden allerdings nicht zur Verfügung, das hatten wir schon in Addis so erfahren. Die Betankung der Seneca über Wasserabscheider und Filter klappte schneller und besser als erwartet und so kam die Kolbenzweimot bereits um 10:00 Uhr in die Luft. Damit war sie – zum ersten Mal auf dieser Reise – nach einem weiteren Stopp in Dschibuti (200 Liter gab’s da noch einzusammeln...) als erste Maschine in Jeddah.


Der Fuel-Uplift war absolutes Teamwork der Leserreise-Crews! Nicht nur die "Frachtmaschinen" halfen, auch die anderen Flugzeuge stellten Ausrüstung zur Verfügung und übernahmen ohne Zögern Mitflieger und Gepäck des Sprittransports, um diesen zulandungsmäßig zu ermöglichen.


Die Turboprops mussten sich nun jedoch in Dire Dawa erst einmal um die eigene Spritversorgung kümmern. Jetfuel gab’s nicht gegen Cash, sondern nur gegen den Einzahlungsbeleg auf das Konto der örtlichen Bank – aufgrund der Angst vor Falschgeld, wie man uns erklärte. Wir wussten das, daher hatten wir im Redaktionsflugzeug, das planmäßig als erstes in Dire Dawa landete, die Geld-Umschläge der anderen Crews mitgenommen um gleich alles auf einmal tauschen zu können.


Arnim Stief verbrachte gute zweieinhalb Stunden auf der Bank und gewann erhellende Einsichten in die Buchhaltungstechniken lange vor dem Computerzeitalter. Für die am Flugplatz wartenden Teilnehmer ergab sich ein sonniger Nachmittag auf einem alten Militärplatz. Für die 80.000-Einwohner-Stadt im Nordosten des Landes ist der Militärflugplatz riesig ausgelegt. Wesentlicher Operator ist die Äthiopian Air Force, die auch heute mit einer Hercules Platzrunden drehte. Fotografieren ist natürlich strengstens verboten. Nunja, das hat wohl nicht jeder mitbekommen ...


Mit dem eingezahlten Geld und den Belegen wurden die fünf Turboprops dann zügig betankt. Dem Abflug stand aber noch im Wege, dass der einzige Landegebühren-Kassierer nun in der Mittagspause war – ein Vorgang, der in Äthiopien mehrere Stunden dauern kann (und dauerte).


Mal wieder Permission-Probleme ...


Endlich auf dem Weg, waren die Probleme jedoch noch nicht ganz überstanden. Die ersten drei gestarteten Maschinen erfuhren im Funk, dass unsere Überfluggenehmigungen für Eritrea nicht gültig seinen. "NO OVERFLIGHT" usw. hiess es. Ein kleiner Umweg war auch nicht möglich, denn dafür hätten wir eine Genehmigung für den Jemen gebraucht. Es drohte eine Zwangslandung in Dschibuti, eine Aussicht, die bei den Crews nur auf begrenzte Begeisterung stieß.

Da wir auch AFS zunächst nicht telefonisch erreichen konnten blieben nur taktische Lösungen in der Luft: Eine nette Controllerin von Addis Center schlug vor: Üblicherweise würden Maschinen in diesem Fall (kommt das etwa öfters vor?) einfach die FIR-Grenze entlang fliegen. Das ist ein "Verfahren" das insbesondere von Frachtmachinen häufig angewendet wird. Wir steuerten also das fragliche Stück von ca. 180 NM mit drei Maschinen die FIR-Grenze entlang und – nachdem sich weder bei Sanaa noch bei Asmara irgendjemand im Funk meldete – hielten uns mit Kommunikationsversuchen auch schön zurück.


Für die nachfolgenden Flugzeuge konnte AFS dann das Problem lösen, ein Duty-Officer in Eritrea hätte angeblich geschlafen, jedenfalls konnten die folgenden Maschinen den Luftraum der Asmara FIR (sinnfälliger Weise HHAA genannt) durchqueren.


Im saudischen Luftraum angekommen lief dann wieder alles wie am Schnürchen. Exzellente ATC und ein zügiger Anflug auf Jeddah beendeten diesen Flugtag. Das einzige was uns beim gemeinsamen Abendessen im Mövenpick dann doch etwas fehlte, war das kühle After-Landing-Beer ...


  
 
 





1 Beiträge Seite 1 von 1

 

Home
Impressum
© 2004-2024 Airwork Press GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Airwork Press GmbH. Die Nutzung des Pilot und Flugzeug Internet-Forums unterliegt den allgemeinen Nutzungsbedingungen (hier). Es gelten unsere Datenschutzerklärung unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (hier). Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: © OpenTopoMap (CC-BY-SA) Hub Version 14.22.03
Zur mobilen Ansicht wechseln
Seitenanfang