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Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
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31. Dezember 2009 Jan Brill

Magazin


Happy New Year!

"Das nächste Jahr kann nur besser werden“, ist ein beliebter Sylvesterspruch. Tatsächlich blickt die AL in Deutschland auf ein schwieriges, um nicht zu sagen katastrophales Jahr zurück. Die Kombination aus allgemeiner wirtschaftlicher Lage und der Unsicherheit, die sich mit den kommenden EASA-Regelwerken verbindet, haben zu weit verbreiteter Angststarre geführt. Dazu kommen die beinahe schon jährlich auf die Halter einprasselnden behördlichen Ausrüstungsorgien. Diesmal waren es der extrem kurzfristig angekündigte ELT-Zwang sowie die Implementierung der Instandhaltungsprogramme nach Part M, die den Haltern tausende Euro aus der Tasche zog, und im nächsten Jahr ist mit der zweiten Stufe der Landeplatzlärmschutzverordnung bereits ein weiteres Kapitel aus der Reihe „Politik gegen die Luftfahrt“ abzusehen. Wir wollen Ihnen in diesem Artikel aber zehn Gründe nennen, warum Sie das Fliegen trotzdem noch lange nicht aufgeben sollten.

1. Käufermarkt. Noch nie hat es in den letzten fünfzehn Jahren einen so ausgeprägten Käufermarkt in der Allgemeinen Luftfahrt gegeben wie jetzt. Dies gilt für Gebraucht- genauso wie für Neuflugzeuge. Die Tendenzen sind zwar je nach Flugzeugklassen und Typen unterschiedlich, der weltweit von den USA dominierte Markt für Flugzeuge der Allgemeinen Luftfahrt stellt sich aber durchgehend so attraktiv dar wie selten zuvor. Dazu trägt auch der niedrige Dollar bei, der seit mehr als einem halben Jahr relativ konstant zwischen 1,40 und 1,50 Euro pendelt.


2. Finanzierung. Kapitalkosten sind niedrig. Wer den Käufermarkt nutzen möchte, um upzugraden, findet im Bereich der Flugzeugfinanzierungen attraktive Angebote. Selbst bei überschaubaren Sicherheitsleistungen sollten festverzinsliche Hypotheken von zehn und mehr Jahren um 5 % kein Problem sein, und variabel verzinsliche Darlehen zwischen 3,3 und 3,6 % liegen.


3. Versicherung. Im Versicherungsmarkt herrscht erheblicher Wettbewerb um Neukunden. Geschäftsreiseflugzeuge wie z.B. eine siebensitzige Turboprop lassen sich selbst bei geringer Pilotenerfahrung nicht selten unter 1% Kaskoprämie versichern. Zählt man die Punkte eins bis drei zusammen, ergibt sich für Halter, die ein neueres, größeres Flugzeug anschaffen wollen, ein nahezu ideales Umfeld bei der fixen Kostenstruktur. Niedrig einkaufen, günstig finanzieren und attraktiv versichern. Viel einfacher wird’s nicht mehr.


4. EASA an der Leine. Die EASA ist von der EU-Kommission merklich an die Leine genommen worden. Nicht die Luftfahrt neu erfinden, sondern auf JAR-Basis einheitliche Verhältnisse schaffen, lautet der Auftrag. Dies soll keine vollständige Entwarnung bedeuten: Umfangreicher finanzieller Schaden ist durch die Instandhaltungsprogramme bereits angerichtet worden, weitere Nackenschläge sind zu erwarten, besonders wenn nationale Behörden EASA-Vorgaben übereifrig und/oder inkompetent umsetzen. Nach wie vor hat der Bürger keinen Rekurs, eine wildgewordene „Competent Authority“ in einem klar definierten Rechtsverfahren auf den Boden zurückzuholen. Vorsicht ist bei den EASA-Ops-Regeln geboten. Für Twin-Turboprops und privaten IFR-Verkehr birgt der aktuelle Entwurf der Behörde das maximale Schädigungspotenzial.
Die Zeiten, wo man in Köln aber eine Baustelle nach der anderen eröffnete und die Stakeholder mit wild-gewagten Entwürfen beglückte, sind aber vorbei.


5. N-registrierte Fliegerei bleibt. In Ergänzung zu Punkt 4 ist noch anzumerken, dass die Unterbindung der N-registrierten Fliegerei jedenfalls kurz und mittelfristig nicht zu erwarten ist. Die EASA hat dieses Vorhaben in den bürokratischen Eiskeller verbannen müssen und die „Third Country Operators“ mit der niedrigsten Priorität versehen. Bedeutet: Erst wenn die EASA in allen anderen Bereichen ihre Aufgaben erledigt hat, wird sie sich diesem Teilbereich widmen. Kenner großer Organisationen wissen, was das in der Praxis bedeutet. Wenn überhaupt wird es kurzfristig Anstrengungen zum Enforcement der vollkommen ausreichenden US-FARs geben. Dagegen ist jedoch in der Sache nichts einzuwenden.


6. ZÜP auf dem Totenbett. Der politische Wille, die ZÜP gegen alle Verfassungsgründe durchzusetzen, schwindet. Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung findet sich diesbezüglich sogar ein vage formulierter Satz. Die Protagonisten der ZÜP, Schily und Schäuble, widmen sich inzwischen anderen Aufgaben, und selbst wenn das Unding ZÜP auf dem politischen Wege nicht gekillt wird, so ist doch bei der verfassungsrechtlichen Auseinandersetzung nur noch leichte Gegenwehr zu erwarten.


7. Die Alternativen werden auch nicht besser. Die Alternativen zur Allgemeinen Luftfahrt werden nicht gerade attraktiver. Sicher, mit Flugleiter-Fetischismus und Preiserhöhungsorgien (siehe Mönchengladbach, Samedan oder Berlin Schönefeld) ist die geschäftliche Nutzung der AL in den letzten Jahren nicht unbedingt einfacher geworden. Gleiches gilt aber für Straßen- und Schienenverkehr. Auch hier haben sich Angebote und Infrastruktur in den letzten Jahren kaum verbessert, auch hier sind die Kosten gestiegen. Wer in Zentraleuropa geschäftlich unterwegs ist, hat mit Cirrus, Mooney oder Seneca immer noch ein im Vergleich unschlagbar flexibles und bemerkenswert attraktives Verkehrsmittel zur Hand.


8. Branchenreinigung. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten zwei Jahre hat es viele Dampfplauderer aus der Branche geschlagen. Firmen, die ausschließlich auf Versprechungen gebaut waren und durch unhaltbare Ankündigungen den Markt und die Erwartungshaltung der Käufer verzerrt hatten, sind von der Bildfläche verschwunden: Epic, Eclipse und Adam sind nur einige Beispiele. Firmen, die auch wirklich ein Produkt anbieten und die im Moment selber mit herben Einbußen, Entlassungen und Kürzungen klarkommen müssen, werden sich so schnell nicht mehr als Dinosaurier beschimpfen lassen müssen, sondern stellen vielmehr die Überlebenden der aktuellen Evolutionsstufe dar.


9. Es geht auch wieder aufwärts! Für all jene, die den Käufermarkt nur beobachten können, da die eigene Situation keine Investitionen erlaubt – und seien sie noch so attraktiv – wird sich die Lage ebenfalls bessern. Erste Anzeichen einer Erholung sind in den USA auszumachen, und die staatliche Schuldenorgie mit der dies jenseits und diesseits des Atlantiks erkauft wurde, wird auch bei uns zu Kostendruck und Kürzungen in einer viel zu groß gewordenen Luftfahrtverwaltung und einer ins Absurde überhöhten Security-Fixierung führen.


10. Bedrohte Art. Menschen, die sich selbständig und auf eigene Faust durch die Luft bewegen, die sich lieber mit AIS, Flugplan, RAD, Slots, AIP, CFMU, Wetter, Zoll, Grenzpolizei, ZÜP, Part-M und NfL beschäftigen, dafür aber selbst entscheiden, wann und wo sie starten, landen und bleiben, haben Seltenheitswert. Diese Art – obwohl unbequem und unhandlich – sollte nicht aussterben.

Das ganze Team von Pilot und Flugzeug wünscht Ihnen frohe Weihnachten und ein gutes und sicheres Jahr 2010!


  
 
 




31. Dezember 2009: Von  an Jan Brill
ich machs mal wie die bildzeitung heute...: schlagzeilen für 2010:

1. EASA erkennt im bilateralen verfahren alle STCs, modifikationen kompromisslos an. eigene konstruktionen am eigenen flieger bedürfen nur noch der freigabe durch den LTB

2. Sensation: EASA löst sich auf!

3. bedingt durch die auflösung der EASA werden die nationalen behörden mit qualifiziertem personal besetzt, das im vereinfachten verfahren zulassungen erteilt.

4. 12 neue flugplätze für die GA in deutschland genehmigt!

5. ZÜP nur für terroristen geplant! alle piloten rehabilitiert!

6. AREA14 bekommt 2 neue verkehrslandeplätze! ffb wird die 3te startbahn für EDDM und erhält transrapidanschluß

7. in EDDM dürfen flugzeuge< 2000kg mtow kostenlos starten und landen!

8. der bundestag in berlin wählt heimo kandler zum luftfahrtminister

9. aus protest gegen berufung kandlers: bühlas löst sich auf!

10. bayrisch guantanamo wird geschlossen!

11. fliegermagazin, aerokurier und puf schließen sich zu einer zeitung zusammen: "Der fliegende Beobachter" wird zum erfolg!

12. die benzinsteuer auf AVGAS wird abgeschafft, da die verwaltung und kontrolle mehr kostet als die einnahmen durch die steuer auf AVGAS einbringen!

13. die partei "Die Grünen" lösen sich auf.

wer kann noch was beisteuern???

mfg
ingo fuhrmeister
1. Januar 2010: Von Manfred Schulz an Jan Brill
Zitat Jan Brill: "Dazu trägt auch der niedrige Dollar bei, der seit mehr als einem halben Jahr relativ konstant zwischen 1,40 und 1,50 Euro pendelt".

Weil es doch einen nennenswerten Unterschied macht erlaube ich mir anzumerken: Ein Dollar bewegt sich derzeit nicht bei 1,40-1,50 Euro sondern bei etwa 0,69 Euro....

Auf ein erfolgreiches 2010!
M.
1. Januar 2010: Von Eustach Rundl an Manfred Schulz
ui ein profi.. das ist der unterschied zwischen mengen- und preisquotierung.. ;-)
1. Januar 2010: Von Gerhard Uhlhorn an Jan Brill
Neulich gab es eine Jahresrückschau, in der wurde u.A. gezeigt, wie am Königinnentag in den Niederlanden ein Auto in die Menschenmenge raste. Der Sprecher merkte an, was wohl gewesen wäre, wenn das Auto mit einer Autobombe bestückt wäre.
Nun frage ich mich, wo bleibt die ZÜP für Autofahrer? Wäre doch logisch, oder? Ich meine, es werden sehr viele Autobomben für Anschläge verwendet, aber – vom 11. September abgesehen* – nie Flugzeuge.

Würde man nun versuchen eine ZÜP für Autofahrer einzuführen, hätten wir vermutlich einen Aufstand in der Bevölkerung. Das weiß man, deshalb gibt es dort keine ZÜP.

Ich bin davon überzeugt, dass es nicht nur Dummheit der Beamten ist. Ich bin eher davon überzeugt, dass es (fast) alles so gewollt ist – was ich aber nicht durchgängig belegen kann. Deshalb glaube ich auch nicht dass es besser wird – Leider! Aber ich hoffe sehr, dass ich mich irre. Dafür würde ich mich dann auch gerne als Spinner, Schwarzseher und Pessimist titulieren lassen. ;-)

Trotzdem wünschen ich der PuF und allen Lesern ein gutes neues Jahr. Möge es nicht schlechter werden als es jetzt schon ist.
Gerhard Uhlhorn
______
* Wobei ich nicht davon überzeugt bin, dass die Terroristen vom 11. September bei der al-Qaida zu suchen sind.
1. Januar 2010: Von Gregor FISCHER an 

Zitat: Menschen, die sich selbständig und auf eigene Faust durch die Luft bewegen, selbst entscheiden, wann und wo sie starten, landen und bleiben, haben Seltenheitswert...

Replik: Na ja - ich bin noch da.... GREGOR FISCHER-Aviation ... und mache genau so weiter!

1. Januar 2010: Von Gregor FISCHER an Gregor FISCHER
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