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Fotostrecke - Über die Anden!
Einträge im Logbuch: 25
Tag 10 - Die Atacama-Wüste
 
21. Februar 2007 Jan Brill

Leserreise: Explorationsflug 07


Easy Going in Santiago de Chile

Nach dem Flug über die Anden gestern mussten wir auf dem internationalen Verkehrsflughafen "Arturo Merino Benitez" von Santiago de Chile einreisen. Leichte Bedenken machen sich während des Anfluges breit: Die riesige Betonwüste, gepaart mit langen Wegen und unendlich vielen Gates und Frachthallen lassen für kleine Flugzeuge der Allgemeinen Luftfahrt nichts Gutes erwarten. Solche Flughäfen gillt es auf den Leserreisen wann immer es geht zu meiden, da die Infrastruktur teuer und für GA-Flugzeuge auch noch ungeeignet ist. Aber für die Einreise von Buenos Aires aus gibt es auf unserem Explorationsflug keine wirkliche Alternative in Santiago. Tatsächlich sollten wir vom chilenischen Organisationstalent auch außerordentlich positiv überrascht werden...


Geschäftiger GA-Flugplatz von Santiago - SCTB
Zunächst einmal werden wir vom Follow-Me auf das Vorfeld der "FBO UV-Global Network" abgestellt. UV-Global ist eine Handling-Kette mit mehreren Niederlassungen in Südamerika. Für Buenos Aires (SAEZ) hatte man uns ein Handling-Angebot für schlappe 700 US-Dollar gemacht - wir lehnten dankend ab und flogen stattdessen den GA-Platz "San Fernando" (SADF) an. Für Santiago (SCEL) hatten wir auf unsere Handling-Anfrage noch nicht einmal eine Antwort erhalten. Sehr viel billiger wäre der Handling-Service hier aber auch sicher nicht.

Der verschmähte Handling-Agent

Es gillt also auf dem großen Verkehrsflughafen Zoll, Einreise, Gebühren und Flugplan zu erledigen und dann VFR auf den GA-Platz von Santiago "Eulogio Sanchez" (SCTB) weiter zu fliegen, ohne dabei den Gegenwert einer guten Tankfüllung AVGAS bei einem Handling-Agenten zu lassen. Erfahrene Asien-Flieger wissen: Auf einem großen Flughafen keine ganz leichte Aufgabe.

Tatsächlich kommt nach wenigen Minuten bereits der gefürchtete Handling-Agent angeschlichen und macht die Sache erst mal kompliziert: "Nein, nein" der Flughafen könne doch hier nicht die Flieger abfertigen, versucht er unserem Follow-Me-Fahrer zu erklären. Das alles (Zoll, Einreise, Flugplan) sei viel zu kompliziert, da bräuchten wir dringend seine Hilfe.

Es ist die typische Situation - der Handling-Agent schafft ein Problem um dieses dann gegen viele viele $$$ und mit reichlich Brimborium zu lösen. Nun versucht er den Follow-Me-Fahrer, der sich eigentlich schon um alles kümmern wollte, aus dem Weg zu drängen. Erst als er jedoch merkt dass wir a) jedes Wort vestehen und b) der Follow-Me- Fahrer sich nicht im geringsten aus der Ruhe oder gar von seinem Job abbringen lässt, hinterlässt der verschmähte Handling-Agent murrend eine Visitenkarte und schleicht davon.


SCEL - Schneller Service für $60 ohne Handling!
Denn: Chile ist nicht Hongkong oder Nepal. Der Follow-Me-Fahrer kümmert sich rührend um alles. Unverzichtbar dabei: Die Spanischkenntnisse von Copilotin Isabella Lang - sich flüssig unterhalten zu können erleichtert die Sache enorm. Und es geht voran: Zuerst einmal kommt der Zoll. Der braucht höchstens 40 Sekunden um uns das benötigte Einreisepapier auszustellen. Dann bringt uns der Follow-Me-Fahrer (hier "Apron Supervisor" genannt) zum Turm, wo wir innerhalb von Minuten im AIS-Büro den VFR-Flugplan für den kurzen Hüpfer nach SCTB aufgeben und dann die Gebühren zahlen: Gesamtkosten gerade einmal 60 US-Dollar für den kompletten Service des Flughafens!


Lernkurve bei der Immigracion

Fehlt nur noch die Imigracion (Einreise). Hier passiert uns allerdings ein kleiner Fehler. Wir werden von unserem Follow-Me-Freund an der normalen Einreiseschlange des Passagierterminals abgesetzt und schreiten gleich zur Tat, ohne jedoch auszumachen wann/wo wir den rettenden "Supervisor" wiedertreffen. Die Einreise ist auch schnell erledigt, aber dann stehen wir mitten im Terminal... was jetzt?
Die zwei verschwitzten Gestalten die immer wieder beteuern dass sie zu ihrem "Flugzeug" müssen sorgen bei der Grenzpolizei für Ratlosigkeit. Tatsächlich dauert es eine Stunde, bis der rettende Follow-Me-Fahrer kontaktiert ist und ein Treffpunkt vereinbart wird. Hätten wir gleich einen Treffpunkt vereinbart oder die Handy-Nummer des freundlichen Helfers notiert, hätten wir hier viel Zeit sparen können.

Später erfahren wir: Das Verfahren ist neu und auch für die Grenzpolizei unbekannt. Früher reisten praktisch sämtliche GA-Flieger über den alten GA-Platz der Stadt "Los Cerillios" ein. Seit dieser (wegen Immobilienspekulation) im November geschlossen wurde, müssen auch die kleinen Maschinen über Arturo Merino Benitez (SCEL) einreisen. Das ist erst seit einigen Monaten so, und das Verfahren hat noch leichtes Optimierungspotential. Aber trotzdem: Abgesehen von diesem vermeidbaren Fehler in der Kommunikation kann man in SCEL alle Einreise-Formalitäten in 30 Minuten erledigen und ist nach spätestens 60 Minuten wieder in der Luft.

Auf der Hauptreise im Oktober werden wir den internationelen Flughafen Arturo Merino Benitez (SCEL) zumindest für einen Teil der Gruppe nutzen müssen. Der jetzige GA-Platz der Stadt "Eulogio Sanchez" hat nämlich kein Jetfuel, dafür hat SCEL kein Avgas. Auch aus diesem Grund recherchieren wir für die Leserreise beide Flughäfen um eine reibungslose Abwicklung in Santiago sicherstellen zu können.
Allerdings: Auf der Leserreise im Oktober muss nicht via Santiago eingereist werden, da die Maschinen ja aus Patagonien kommend als Domestic-Flug in Santiago ankommen. Die Jet-Flieger gehen also nach SCEL, die Avgas-Maschinen landen direkt auf dem netten GA-Platz Eulogio Sanchez.

Dort sind wir mit unserer Twin Comanche die Attraktion des Tages. Zwar bevölkern unzählige GA-Flieger das Vorfeld (es ist am Dienstag mehr los als in EDFE am Sonntag!) aber eine Twin Comanche, und noch zudem eine aus Europa, das weckt großes Interesse im Fliegercafe des lokalen Aeroclubs. Es gibt übrigens eine Vielzahl von Wartungsbetrieben und Herstellervertretungen hier (Piper, Cessna, Beech, Cirrus): SCTB eignet sich also durchaus für Ölwechsel, kleinere Wartungsarbeiten oder Flugzeugpflege auf dem Trip im Oktober.


Vorbereitungsmeeting in der Firmenzentrale der explora-Hotels


Geordnetes Schlange-Stehen an der Bushaltestelle
Santiago selbst überrascht ebenfalls positiv: Sauber, aufgeräumt und bestens organisiert. Wir fahren heute morgen mit der U-Bahn zur Firmenzentrale von "explora". Die aus Spiegel- und Zeit- Berichterstattung bekannten explora-Hotels in Patagonien und Atacama werden der Gruppe im Oktober ein wirklich einmaliges Naturerlebnis bieten.
In einem ausführlichen und produktiven Meeting werden die Einzelheiten der Reise im Oktober besprochen. Wir wollen sicher stellen, dass die auf Naturerlebnis und Individual-Aktivitäten (Reiten, Wandern, Biken, Bootfahren, Gletschertouren, etc) spezialisierte Luxushotelfirma die Anforderungen und Wünsche der Gruppe wirklich genau versteht.

Patagonien - das Ende der Welt - wird der Höhepunkt der Leserreise werden. Die Vielzahl der dort angebotenen Aktivitäten, mit dem Luxushotel "explora-Patagonia" als Ausgangsbasis wird dafür sorgen, dass die Teilnehmer diese außerordentliche Naturlandschaft nicht nur in der Luft, sondern auch vom Boden aus individuell erleben können.

Tatsächlich gelingt es sowohl preislich wie auch logistisch (viele Flieger, die alle zu unterschiedlichen Zeiten ankommen!) sowohl für Patagonien, wie für Atacama eine gute Übereinkunft zu treffen. Wir freuen uns außerordentlich dies den Teilnehmern als Höhepunkt der Reise beim Briefing am 12. Mai präsentieren zu können.

Den Nachmittag nach dem Meeting verbringen wir mit einem Stadtbummel. Santiago ist angenehm. Shoppen gestaltet sich einfach, man bekommt alles was es in Europa auch gibt - und dies zu günstigen Preisen. Die Crews können diesen Stopp zwischen den Natur-Locations von Patagonien und der Atacama-Wüste als vollwertigen Boxenstopp einplanen, bei dem sowohl das Bord-Catering, wie auch die Toilettentasche aufgefüllt werden können.


Santiago ist extrem aufgeräumt und angenehm.
Morgen werden wir mit Zwischenstopp in La Serena nach San Pedro de Atacama fliegen um dort den Wüstenflugplatz (SCPE) selbst in Augenschein zu nehmen. Neben der Frage, ob dieser auf 8.000 ft gelegene Strip sich für Turboprops und womöglich auch den Jet in der Gruppe eignet, werden wir morgen vor allem eine Frage klären: Wo kriegt man kurz vor dem Aufstieg ins Hochland der Anden den Sauerstoff für die Atemanlagen der Flugzeuge her?

All dies muss geklärt werden, damit die Crews planen können und die Reise entspannt angehen. Bis jetzt bleibt aber der Eindruck, den wir schon in Brasilien und Argentinien gewonnen haben, auch in Chile bestehen: Beste Infrastruktur zu außerordentlich günstigen Preisen für die Leserreise im Oktober!


  
 
 





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