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24. Dezember 2010 Jan Brill

Infrastruktur: Fliegen mit Kindern


Allgemeine Luftfahrt und Babys: Vier Beobachtungen

Wir machen im Redaktionsflug­betrieb mal wieder eine steile Lernkurve durch. Gegenstand der neuen Erfahrung ist diesmal weder das Flugzeug noch die Lizenz, auch nicht die Flugregeln oder die Weltgegend. Vielmehr hat sich die Besatzung gewaltig verändert. Die Binsenweisheit, dass mit einem Baby alles anders wird, gilt auch beim Fliegen. Hier vier unserer Beobachtungen:



Kleine Paxe bringen viel Gepäck mit. Der Flug mit sieben Personen und Baby-Equipment von und nach Graz war eine echte Transportaufgabe für die Cheyenne, die mit dem Flugzeug aber ohne Probleme und legal erledigt werden konnte.
1. Babys und die Terrorgefahr

Ein kurz vor dem Flug mühsam im Maxi-Cosy verstautes und in den Schlaf geschaukeltes drei Monate altes Baby muss bei der Sicherheitskontrolle aufgeweckt und von einem Elternteil einzeln durch die Schleuse getragen werden. Auch wenn Mutter und Vater beide über Pilotenlizenzen verfügen, sich als Besatzung ausweisen, ihnen das Flugzeug gehört und das Baby nachweislich im letzten halben Jahr nicht in Pakistan war, gibt es kein Pardon.

Das Baby muss aufgeweckt, aus dem Maxi-Cosy herausgepellt und auf dem Arm durch die Kontrolle getragen werden. Da es trotzdem piept, wird so lange an dem Säugling herumgefummelt, bis das schlaftrunkene Baby auch wirklich wach ist. Die Prozedur ist erst beendet, wenn der Säugling nach dem Wiedereinpacken im Kindersitz brüllt wie am Spieß. Man muss das verstehen. Es geht um die Sicherheit. Das Baby könnte ja von den Eltern unbemerkt eine verbotene Nagelschere im Kindersitz verstaut haben, und ob der Schlabberlatz nicht doch aus C4 ist, weiß man schließlich auch erst hinterher!



2. Die üblichen Gäste in Crew-Lounges reagieren eher verstört auf stillende Mütter

Crew-Lounges an Flugplätzen sind im Allgemeinen für die Besatzungen reserviert. Was die Besatzung dort tut, ist indes weniger klar festgelegt. Eine Pilotin, die in der Crew-Lounge sozusagen den vorgezogenen Kabinenservice vornimmt und ein Baby stillt, kann dann durchaus für fragende Blicke sorgen. Insbesondere wenn der F/O gerade nach Kräften an der Kabinenbesatzung herumgräbt, kann die direkte Referenz auf die möglichen Folgen des Overlays dem Gespräch eine gänzlich unerwartete Wendung geben.




Auch Babys mögen aktive Geräuschdämmung! Bei der Sicherheitskontrolle am GAT gibts jedoch kein Pardon. Auch wenn Vater und Mutter selber fliegen - man weiß ja nie was die Kleinen im Schilde führen ...
3. Turboprops sind für den Transport von Babys gänzlich ungeeignet

Grund: Sie sind viel zu ruhig! Eine Turboprop, die im Winter bequem und mit Druckkabine in FL270 über dem Wetter ihre Bahnen zieht, wackelt und vibriert keinen Millimeter. Das an Kinderwagen und Auto gewöhnte Baby benötigt jedoch eine Mindest-Amplitude für den störungsfreien Transportschlaf. Die himmlische Ruhe der beiden PT6 weckt im Baby den Ankomm-Mechanismus: Raus aus dem Sitz, spielen, strampeln, trinken und bespaßt werden.

Erst das Ziehen des Circuit-Brakers für den Yaw-Damper sorgt für eine gewisse Grundschwingung, die vom Baby mit dem Transport-Procedure (hinlegen, einschlafen) quittiert wird.


4. Babys sind viel interessanter als die Geschehnisse im Cockpit

Standen bei Flügen mit Freunden und Kollegen früher die Piloten und das Cockpit im Mittelpunkt des Interesses, ist inzwischen der jüngste Passagier zum Mittelpunkt geworden.
Ins Cockpit werden allenfalls noch Kom­mandos für die Kabinentemperatur weitergeleitet. Ansonsten dreht sich in der Kabine alles um die kleine Fliegerin.


Schöne Weihnachten wünscht die Pilot und Flugzeug Redaktion


  
 




24. Dezember 2010: Von Jörg-Martin Rassow an Jan Brill
Köstlich!

Zu 1) Die Gefahr, von Kleinkindern terrorisiert zu weden, ist latent, das werden auch Security-Checks nicht verhindern.
Bei der abgebildeten Gepäckmenge wäre aber ein Dachgepäckträger für die Cheyenne eine sinnvolle Investition!

Zu 2) In der Natur ist "schwanger/Nachwuchs dabei" eigentlich der Normalzustand, nur der Mensch hat das für sich selber verändert. Aber die fragenden Blicke Ihrer Mitmenschen an nicht für Kinder gedachten Orten lernen Sie sehr schnell zu ignorieren.

Zu 3) Wenn die Turboprop zu leise ist, wie wäre es denn z. B. mit einer An-2? Ich persönlich empfinden den Sound von Sternmotoren als ausgesprochen angenehm und beruhigend.

Zu 4) Sie sollten überlegen, ob Sie nicht irgendeine Software aufspielen, die es ab und zu hupen und blinken läßt im Cockpit, Ihre Tochter würde das bestimmt ganz toll finden und die Aufmerksamkeit der Passageier würde sich zwangsläufig wieder mehr auf Ihre Arbeit richten!

Frohe Festtage, einen guten Rutsch, always Happy Landings und weiterhin viel Freude mit Ihrem "Wonneproppen"!

J.-M. Rassow
24. Dezember 2010: Von  an Jörg-Martin Rassow
zu punkt 1:

da der gepäckträger eine kleine änderung ist, kann dieser mit der faa form 337 installiert werden, ebenso die TKS-enteisung für den träger, aber nur wenn die stromversorgung außenbords angebracht ist.

zu punkt 4:

diese sw gibt es auf der easa-hp. hab aber leider den link verloren!

allah sei mit euch allen

mfg
ingo fuhrmeister
24. Dezember 2010: Von Gerhard Uhlhorn an Jan Brill
Zu Punkt 1 fällt mir nur noch das Einstein-Zitat ein. ;-)

Frohes Fest der PuF-Mannschaft allen Lesern.
25. Dezember 2010: Von Hans-Georg Pauthner an Jan Brill
zu Punkt 3. "Mindestamplitude für Transportschlaf"

Diese Erfahrung haben wir ebenfalls gemacht, allerdings ganz ohne Flugzeug. Kindersitz ins Auto und losfahren, dann war nach 5 Minuten Ruhe auf dem Passagiersitz. Kritisch war eine rote Ampel. Für besonders renitente Mittagsschlafverweigerung (allerdings im Alter von 3 Jahren), half eine Fahrradtour mit Kindersitz. Allerdings verändert sich die dynamische Reaktion eines Fahrrades mit eingeschlafenen Passagier hinter dem Fahrer.
Viel Spass beim weiteren Erkunden der Lebenswelt mit einem neuen Erdenbürger und frohe Weihnachten an Sie und das gesamte Redaktionsteam

wünscht
Hans-Georg
25. Dezember 2010: Von Gregor FISCHER an Jan Brill
Ja, 'Vaterfreuden' haben schon manchen sonst ganz vernünftigen Mann etwas aus der Bahn geworfen! Aber das beruhigt sich dann auch wieder...

Bis dahin: First rule - fly, fly, fly!

In dem Sinne allen ein gutes, erfolgreiches Jahr - möglich viel airborne natürlich!

Gregor Fischer
27. Dezember 2010: Von Max Sutter an Jan Brill
Zu Ihrem Punkt 3

Das hätten Sie sich wirklich vor der Anschaffung einer Turbo überlegen sollen.

Aus eigener Erfahrung kann ich nämlich berichten, dass Kolbenmotoren das ultimative Beruhigungsmittel für Babies und Kleinkinder sind. Egal in welcher Stimmung sie vor dem Flug waren - es ist mir nie gelungen, nach dem Start auch nur die Platzrundenhöhe zu erreichen so, dass noch ein Kind wach gewesen wäre. Obwohl sie in der Regel Taxi zum Take off noch ganz munter mitbekommen haben, spätestens nach dem Anliegen von stabiler Steig RPM waren die Kids fast blitzartig auf Idle.
21. Januar 2011: Von Uwe Kaffka an Max Sutter
Beitrag vom Autor gelöscht
15. Mai 2011: Von Juergen Baumgart an Max Sutter
Mit der Airline unterwegs kann's auch so gehen:

http://www.kmbc.com/news/27865299/detail.html

9 Beiträge Seite 1 von 1

 

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