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12. Juni 2006 Jan Brill

Flyout: Leserflyout 2006


Leserflyout 2006 wieder zu Hause

Zusammen rund 38.000 NM legten die 19 Besatzungen des Leserflyouts 2006 in der vergangenen Woche auf dem Weg von Deutschland nach Portugal zurück. Der Leserflyout 2006 ist beendet, sämtliche Crews sind sicher wieder an ihre Heimatflughäfen zurückgekehrt. Eindrucksvoll war die Flotte, die sich da auf den Weg machte. Von der 172er bis zur Aerostar reichte die Spanne. Viele hochwertige Singles und einige Twins waren im Feld. Es zeigt sich: Die Allgemeine Luftfahrt in Europa ist „alive and kicking.“ Sehen Sie hier vorab eine Auswahl der schönsten Bilder dieses Flyouts und lesen Sie den vorläufigen Reisebereicht.


Stilechte Begrüßung mit Rolls Royce auf dem Chateau de la Chassagne
Es war ein entspannter Flyout, bei allerbestem Wetter, der die Besatzungen zuerst auf das Flyin-Chateau de la Chassagne nahe Dijon führte und dann weiter via Barcelona nach Lissabon. Auf dem Rückweg stand eine Besichtigung von Airbus in Toulouse auf dem Programm.

Am Freitag den 2. Juni bereits trafen die ersten Maschinen auf der 800 Meter langen Graspiste des Chateau de la Chassagne ein. Bei noch durchwachsenem Wetter machten die Crews erste Erfahrungen mit dem „Champagner-Degen“, mit dem in der Tradition der Burgundischen Herzöge stilecht die Flaschen enthauptet wurden.

Am Folgetag landete dann der Rest der Gruppe in Dijon. Der Eröffnungsabend des Leserflyouts 2006 war gleichzeitig auch das offizielle Debriefing der Fernost-Leserreise aus 2005. Der Großteil der China-Crews war erschienen, gezeigt wurde der Leserreisen-Film (den es ab 15.7. auch online und auf DVD zu sehen geben wird), danach stand das original burgundische Essen im Chateau an. Es wurde ein gemütlicher Abend im Schloss, auch wenn angesichts des für den nächsten Tag anstehenden Fluges die Weinflaschen nicht ganz so häufig dran glauben mussten wie am Vortag.

Die DA42 und der Wald


Unscharf aber erschreckend: Gerade so kommt die DA42 über den kleinen Zaun am Pistenende und fliegt dann unterhalb der Baumwipfelhöhe durch die Waldschneise. Trotz einwandfreiem Handwerk der Crew enttäuscht die Dieseltwin hier massiv.
Entsprechend zeitig machten sich am Sonntag die 19 Flugzeuge des Flyouts auf den Weg nach Barcelona (LELL). Ein Flugzeug nach dem anderen erhob sich von dem vorzüglich gepflegten Rasen des Chateau-Flugplatzes.
Für einige Schrecksekunden sorgte die DA42, die trotz einwandfreien Handwerks der Crew einen im Vergleich zu den Blech- und Avgas-Eseln äußert knappen Takeoff hinlegte, der lediglich dank einer kürzlich gerodeten Waldschneise im Anflugsektor gelang. Die „Twin-Star“ ist kein Kurzstarter und fiel im direkten Vergleich auf einer 800 Meter langen Grasbahn deutlich hinter Bonanza, Crusader, Mooney und Seneca zurück. Aber dazu mehr in der kommenden Ausgabe von Pilot und Flugzeug.

Raumschiff OMM

In Barcelona angekommen checkten die Crews ins „Raumschiff“ ein. Das Hotel OMM, hoch gestyled und zentral gelegen stellte einen deutlichen Kontrast zum klassischen Stil des Chateau da. Ein Hauch von „Raumschiff Orion“ herrscht in dem markant designten Hotel, leider übertrug sich diese kühle Atmosphäre auch auf das dort tätige Hotelpersonal. Man war cool, bis zur Gefahr des Eisansatzes...
Barcelona allerdings begeisterte die Crews. Architektur, Kunst und Lifetyle ergeben in der katalanischen Metropole eine aufregende Mischung. Einen ganzen Tag gönnen wir uns hier zum genießen.

Der Dienstag brachte dann die Belastungsprobe für die spanische Flugsicherung. Von den 19 Maschinen war gut die Hälfte nach IFR unterwegs. Sabadell (LELL) ist jedoch ein VFR-Platz und die vielen Z-Pläne zum Flugregelwechsel überforderten die spanische Flugsicherung sehr schnell. Re-Routings, Pickups und Missverständnisse im Funk sorgten für Arbeit im Cockpit.

Es dauerte bis weit hinter Madrid, bis alle Flugzeuge nach den gewünschten Flugregeln unterwegs waren. Wenigstens war das Wetter gut!
ATC in Lissabon hingegen verlief ausgesprochen glatt. Professionell schleusten die Lotsen die ankommenden Flugzeuge quer durch den Terminal-Airspace des internationalen Verkehrsflughafens, auf den GA-Platz der Stadt, Cascais (LPCS).

Lissabon


Spontaner Tanz der Katalanen in Barcelona
Unsere Unterkunft in Lissabon erfüllte dann die höchsten Erwartungen. Das Biarro Alto im gleichnamigen Künstlerviertel der Stadt gelegen ist nicht nur äußerst komfortabel und stilvoll, es liegt auch sehr günstig für Ausflüge in diese spannende Stadt. Und Lissabon hat jede Menge Atmosphäre: Vom Portwein-Institut bis zu den zahllosen rustikalen Fisch- und Muschelrestaurants bietet die Stadt für jeden Geschmack etwas. Martina, eine schon seit Jahrzehnten in Lissabon lebende Bayerin zeigte uns die Insider-Tips der Metropole und gab praktische Kostproben des "portugisischen Fahrstils"...
Zwei volle Tage verbringen die Crews hier, bevor es am vorletzten Tag der Reise wieder in Richtung Zentraleuropa ging.

Am Freitag standen dabei nicht nur 580 NM nach Toulouse Blagnac (LFBO) an, sondern am späten Nachmittag auch eine Besichtigung der Airbus A330/340 Produktion dort.

Airbus in Toulouse

Dabei gestaltete sich der Umgang mit dem Flugzeugbauer alles andere als Einfach. „Ob wir denn überhaupt in Toulouse landen dürften“, war die erstaunte Frage einer Airbus-Pressesprecherin, als Pilot und Flugzeug im Winter die Kontakte für diese Reise anbahnte. Natürlich dürfen wir in LFBO landen und das ist nicht mal teuer! Ein gewisses Unverständnis für die selbstfliegenen Besucher, gepaart mit einer geradezu nervtötenden Beharrlichkeit des Unternehmens auf die – für Touristenbusse- und Gruppen abgestellten Verfahren einer Besichtigung – machten die Sache dann zur echten Aufgabe für die Organisatoren von Pilot und Flugzeug.


Flugvorbereitung über den Dächern von Lissabon
Voraussetzung war jedoch erst einmal früh genug aus Lissabon wegzukommen, denn gerade für die Flugzeuge unterhalb 160 Knoten stellten die 580 NM nach Südfrankreich eine erhebliche Herausforderung da. Auch dies wurde von den Crews sicher gemeistert, wer sich nicht hetzen lassen wollte teilte die Strecke in zwei Legs und flog bereits am Vorabend das erste Teilstück. Es zeigt sich: Sicherheitskultur und professionelle Flugdurchführung muss keine Frage von VFR, IFR oder Flugerfahrung sein.

Für die am Freitagmorgen aufbrechenden Crews bestand die Aufgabe dann darin zügig in die Luft zu kommen. Der Flughafen Cascais zeigte sich erst einmal sehr hilfsbereit – Gebühren wurden in der Gruppe abgerechnet, die Teilnehmer konnten auf das Vorfeld direkt bis an die Flugzeuge fahren – alles das spart Zeit:
Allerdings zeigte jetzt die portugiesische Flugsicherung Schwächen. Obwohl sich die Piloten bereits am Vorabend abgesprochen und die Abflugzeiten koordiniert hatten (langsame Maschinen zuerst), standen einige Flugzeuge bis zu 30 Minuten am Rollhalt, bevor die Lotsen von Cascais Tower die VFR- oder IFR-Abflüge mit den angrenzenden Sektoren koordiniert hatten.

Le Canard Stupide


Le Canard Stupide - ein französisches UL, machte bei unserem Abflug in Lissabon den Flughafen unsicher. Ein deutlicher Kontrast zu der professionellen und sicheren Flugdurchführung unserer IFR- und VFR-Crews.
Wenig hilfreich war dabei ein Französisches UL, von den Teilnehmern schnell „Le Canard Stupide“ getauft. Im Cockpit verstand man natürlich kein – absolut kein – Englisch. Als dann die genervten Lotsen jedoch die Anweisungen auf Französisch gaben, verstand man noch weniger. Schließlich rollte das Teil ohne Freigabe oder Vorwarnung auf die Bahn. Das sorgt immer wieder für Stimmung an einem kontrollierten Platz.
Schliesslich sollte ein Transpondercode gerastet werden, aber auch das gelang der Crew nicht. Das Drama dauerte 45 Minuten.
Gott sei Dank verhalten sich die Piloten unserer Gruppe professionell und sicher, auch in dieser Situation! Crews wie die der „Canard Stupide“ bringen allerdings regelmäßig die gesamte Branche in Verruf.

Dank eines saftigen Rückenwinds schaffen es alle Flugzeuge des Flyouts rechtzeitig nach Toulouse. Die Besichtigung ist eindrucksvoll, wenn auch dank einer etwas spröden Führerin leicht ungewöhnlich. Beispiel: Als der Bus an einem Schrottplatz mit ausrangierten Militärflugzeugen aller Epochen und Klassen vorbeifährt fragt Madame Cecile, ob wir die dort ausgestellten Typen kennen. Als die Gruppe, die ja vor allem aus Zivilpiloten besteht, nur mühsam drei oder vier Typenbezeichnungen hervorbringen kann tadelt Madame (nicht im Spaß): „Wieso? Ich denke Sie sind Piloten? Warum kennen Sie dann keine Flugzeuge?“
Auch hier reagieren unsere Crews gelassen: Endlich in der Werkshalle angekommen bricht die mühsam ausgebaute Schulklassendisziplin natürlich sofort zusammen: Die Piloten schauen hier, schauen dort – endlich sind die Airbus-Maschinen einmal im Bau und von Nahem zu sehen. Cecile ist nicht begeistert: „Wo ist die berühmte deutsche Disziplin?“ fragt sie einige unbotmäßige Teilnehmer, in einem Ton, den ich zuletzt von meiner Englischlehrerin in der 8. Klasse gehört habe. Antwort: „Hat zwar lange gedauert, aber das sind wir endlich los.“

Am Samstag schließlich fliegen die Maschinen wieder zurück in die Heimat. Einige Crews nutzten die Gelegenheit um in malerischer südfranzösischer Kulisse Air-to-Air-Aufnahmen voneinander zu machen, die Flugsicherung in Toulouse jedenfalls – wie in Frankreich generell – klappt reibungslos.

Fazit

Das 2004 eingeführte Konzept des Leserflyouts, jährlich abwechselnd mit der traditionsreichen Leserreise, funktioniert ganz hervorragend und zur vollen Zufriedenheit der Teilnehmer. Nach dem ersten Flyout 2004 nach Lulea war der zweite, etwas längere Flyout über eine ganze Woche nach Lissabon ein voller Erfolg!
Viele Crews haben gern die Gelegenheit angenommen am Eröffnungsabend Kontakte mit den Piloten der großen Leserreise zu knüpfen. Zahlreiche Vorsätze nun endlich das „IFR-Ticket“ zu machen wurden gefasst.
Und natürlich wurden umfangreiche Pläne geschmiedet für kommende Flyouts und kommende Leserreisen...

Vor allem aber wurde viel geflogen, gefachsimpelt und verglichen. Dazu mehr in der kommenden Ausgabe von Pilot und Flugzeug am 26. Juni.

Es zeigt sich: Die AL in Deutschland ist noch am Leben, die Crews gut ausgebildet und die Maschinen wahrscheinlich besser als ihr Ruf: Denn zum allerersten mal seit dieses Magazin Leserreisen und Leserflyouts organisiert, gab es weder im Vorfeld, noch auf der eigentlichen Reise auch nur einen einzigen technischen Ausfall!

Fotoalbum der Reise (Auswahl)


  
 
 





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