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Goose Bay - Reijkavik
Einträge im Logbuch: 4
 
6. April 2004 Jan Brill

Routing: Ferryflug


Geschafft! Rejikavik - Straubing

Wir sind wieder da - und das Redaktionsflugzeug ist in Europa! Nach einem Tag Ruhe in Island, ging es am Montag von BIRK erst nach Wick in Schottland und weiter über Esbjerg, Dänemark nach Wien. Dort wurde der Copilot ausgeladen und die gelungene Überquerung gebührend gefeiert. Heute morgen folgten dann die letzten 200 NM nach Straubing (EDMS). Es zeigt sich: Die letzten Flüge sind nicht selten die schwierigsten, in diesem Fall jedenfalls die kältesten...

...auf dem letzten Leg von EKEB nach Wien Schweichart (LOWW) stieg nämlich die Heizung der Twin Comanche aus. Das natürlich in der Nacht, in FL170 und bei eisigen minus 37 Grad OAT. Genauer gesagt löste der Hitzeschutzschalter der in der Nase der PA-30 eingebauten Kraftstoffheizung aus. F... Das ist ein bekanntes Problem bei der Twin Comanche, was in dieser Situation aber ebensowenig Trost wie Wärme bedeutete. Mit noch 1:30 Stunden bis nach Wien entschieden wir uns weiter zu fliegen. Es folgen die kältesten und längsten 90 Minuten meines Lebens. Das Cockpit der PA-30 kühlt ohne Heizung in Minuten aus, und es begann ein verzweifelter Kampf gegen das Beschlagen der Scheiben und die babarische Kälte.

Einige CBs über der Nordsee auf dem Weg von Wick, Schottland nach Esbjerg in Dänemark.
Während bei ersterem wenigstens noch ein Unentschieden möglich war, ging der Kampf gegen die Kälte sehr schnell verloren. Minus 37 Grad beissen sich sofort durch jeden Pulli, jeden Mantel und jeden Handschuh. Auch müssen wir bis 90 NM vor LOWW auf FL 170 bleiben - wegen dem Eis (draussen, nicht drinnen!).
Die Spindel der Höhenrudertrimmung fror ebenfalls ein, was dafür sorgte, dass der 200 KTS Sinkflug nur mit einigem Muskelkraftaufwand zu machen war, aber das tat in der Kälte eher gut.
Wien empfängt uns mit CAVOK und so landen wir frierend aber erfolgreich nach einem Nacht-Visual auf der 29.
Trotz dieser Amundsen-Einlage hat es die kleine Turbo-Twin geschafft! 4.500 NM von Lakeland nach LOWW. Heute, am Montag, waren es immerhin 1.500 NM von Rejikavik nach Wien. Das Wetter hatte bis zum Schluss mitgespielt: Die knapp 700 NM von BIRK nach EGPC liefen ohne jedes Problem, ein Visual und flottes Auftanken bei Andrew dem quirligen Schotten in Wick folgten die 420 NM quer über die Nordsee.

Endlich: Die Rettungsanzüge können wir ablegen! Sperrig, aber im Falle einer Notwasserung unverzichtbar sind diese Wärmeschutzanzüge
Dort standen zwar noch einige CB herum, die waren aber in FL130 leicht nach Sicht zu umfliegen. In Esbjerg (EKEB) dann endlich der Abschied von den sperrigen Rettungsanzügen und weiter in die Nacht hinein nach LOWW. Auch dieser Flug verlief problemlos, bis eben auf die oben beschriebene massive Pilotenvereisung.

Eine genaue Aufstellung der einzelnen Legs, Geschwindigkeiten und des Treibstoffverbrauchs werden wir in der Maiausgabe von Pilot und Flugzeug bringen.

Am Dienstag folgten dann die letzten 200 NM nach Straubing, zur Abwechslung mal wieder allein im Cockpit und auch gleich mit dem zweiten technischen Problem der Reise: 70 NM vor EDMS stieg der künstliche Horizont aus (ob das etwas mit dem falschen Anschluss durch GCA zu tun hatte?!?). Schon auf dem Sinkflug und in IMC blieb nur ein Partial-Panel-Approach oder ein Anflug per Autopilot. Ich endschied mich für den Partial-Panel mit dem AP als Notoption. Obwohl sicher nicht einer der präzisesten GPS-Anflüge auf EDMS, ging der Partial-Panel mit Wendezeiger, Airspeed, Kurskreisel und Höhenmesser recht gut. Irgendwas muss das Recurrency-Training im letzten Novemver also gebracht haben...

<11yAbrollen>Zum Glück kann sich mit Avionik-Straubing gleich ein renomierter Fachbetrieb dem Gyro und dem von GCA in den USA nicht zustande gebrachten Heading-Mode des Autopiloten widmen. Außerdem wird die Piper-Erfahrene Crew von Rieger sicher stellen, dass die Höhenrudertrimmung nicht mehr einfrieren kann - egal bei welchen Temperaturen, denn die Twin Comanche muss sehr bald ihre Stelle in unserer Redaktion antreten: Am Samstag geht es ab nach Siegerland, wo wir die neue TBM700 für die Maiausgabe fliegen und testen werden. Wenig später müssen wir nach Altenburg (EDAC) fliegen, und dort jenes monströse ED(R) unter die Lupe nehmen, dass angeblich die Ryanair vom Rest der zivilisierten Luftfahrt trennen soll.
Schliesslich steht auch noch ein kurzer Tripp nach Schweden an, denn wir werden wie immer die Örtlichkeiten für unseren Leserflyout checken und die Vorbereitungen für einen reibungslosen Ablauf des Flyouts treffen.


  
 
 





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