Der tote Segelflugschüler hat andere typische Fehler gemacht, der war nicht eingefroren. Die sind im Untersuchungsbericht beschrieben, bis auf den letzten tödlichen Doppelfehler. Doppelfehler heißt: 1. Zu spät und planlos im Gelände gezaubert und dann war der Boden schon fast da. 2. Nicht auf den Fahrtmesser geachtet. Anfänger rühren gerne "nach Gefühl" am Knüppel, so wie sie es in größerer Höhe gewöhnt sind, und da klappt es ja zuverlässig. Aber in Bodennähe trügt der subjektive Fahrt-Eindruck. Da erschrickt man plötzlich wie schnell man wirklich unterwegs ist. Die Bäume zischen gefühlt fünffach schneller vorbei, viel zu schnell gemessen an gewohnten Eindruck aus üblichen Höhen, und der gesunde Kreisdurchmesser von 300 m wird auch nicht antizipiert. Ich habe Flugschülern, die sauber Thermik fliegen konnten, ein Modell in die Hand gedrückt und sie gebeten maßstabsgerechte Thermik-Kreise zu "fliegen". 200 m wären richtig gewesen, aber die gezeigten Kreisdurchmesser lagen bei 50 Metern! Ist 35 Jahre her, diese spezielle Thematik war damals im DAeC-Ausbildungsprogramm nicht enthalten.
Einfrieren kommt nicht nur bei Flugschülern vor. Es gab in Itzehoe mal einen Landeunfall mit Totalschaden und drei Schwerverletzten. Der sehr glaubhafte Zeuge, der dicht dran auf der Kneipenterrasse saß, sah einen sauberen Landeanflug, aber dann ohne erkennbare Fahrtverminderung in Bodennähe und ohne jede Abfangreaktion. Der Pilot protestierte später lebhaft gegen diese Darstellung, hatte selber aber keine Erklärung anzubieten.