Die entscheidende Kenngröße für "Pandemiemanagement" ist m.E. weder die Fallsterblichkeit noch die Sterblichkeit der Symptomatischen. Die Zahl "Corona-Tote pro 100k Einwohner" wäre besser, aber auch problematisch, denn dafür müsste die Definition der Corona-Toten international standardisiert sein, was sie nicht ist. Und die Kosten der Maßnahmen muss man realistischerweise auch in die Bewertung einer Pandemiestrategie einfließen lassen.
M.E. wäre eine gute Metrik im Sinne von "war die Versorgungssituation im Gesundheitswesen akzeptabel oder kriegsähnlich" in Verbindung mit "wieviel Bruttosozialprodukt/Insolvenzen/Mehrarbeitslose hat das gekostet" zu definieren.
Nach _heutigem_ Stand sieht es in Deutschland so aus, dass das Gesundheitssystem recht gut funktioniert hat - sicher auch wegen der Maßnahmen, wir wissen aber nicht welche Maßnahmen im einzelnen beigetragen haben und mit welchen anderen Maßnahmen wir uns nur in den Fuß geschossen haben. Und der wirtschaftliche Schaden ist zwar riesig - aber vielleicht noch akzeptabel, wenn es bei einem Monat Shutdown bliebe und danach eine Halbwegs-Normalität einkehren könnte.
Extrem befriedigend fände ich, wenn Schweden am Ende Recht behalten würde mit der anderen Strategie. Obwohl dann sicher Leute kämen und meinten, das sei überhaupt nicht vergleichbar. Ist es doch.