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13. Januar 2026 09:41 Uhr: Von Markus Engelbrecht an Markus S. Bewertung: +1.00 [1]

Servus,

ohne jetzt im Detail auf den Vorfall an sich einzugehen,nur mal meine Gedanken zu den Folgen.

Dem AFISO würde ich wohl erstmal unterstellen, dass er vermutlich lediglich einen mandatory occurrence report erstellt hat und nicht etwa den Vorfall direkt zur Anzeige gebracht hat. Das würde ich jetzt nicht verurteilen oder sonst wie bewerten, war halt einfach "pflichtbewusst".

Der entsprechende Auszug aus der EU Regulation lautet:

....Aircraft deviation from applicable air traffic management (ATM) regulation:
aircraft deviation from applicable published ATM procedures; .....

Die zuständige Behörde könnte dann, je nach Vorfall, vom Piloten einen Bericht mit so Sachen wie Root Cause und vielleicht Mitigation und/oder Corrective Action anfordern. Wenn das dann plausibel rüber kommt, sollte die Sache damit auch erledigt sein und niemand muss "bestraft" werden.

Damit wäre vermutlich der Sicherheit geholfen: der Pilot hätte sich nochmals mit der Fehlerkette beschäftigt, die Behörde hätte was zum abheften, niemand müsste sich aufregen und schon gar keine Gerichte überlasten.

Sollte allerdings das BAF lediglich aufgrund solcher Sicherheitsmeldungen dann direkt entsprechende OWI´s verteilen (ohne vorherige Schritte), dann wäre dieses Vorgehen zu kritisieren. Das ist aus meiner Sicht auch vom EU Gesetzgeber auch so nicht vorgesehen, da ganz am Anfang der VO 376/2014 steht:

...The sole objective of occurrence reporting is the prevention of accidents and incidents and not to attribute blame or liability....

Die Nummer wäre vor allem dann mal interessant, wenn der Pilot in diesem Fall selbst einen Occurrence Report erstellt hätte. Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit sollte hier wohl keine Rolle gespielt haben, gefährdet oder gar verletzt wurde wohl offensichtlich auch niemand. Dementsprechend solte das im Sinne von Just Culture usw. dann auch keine größeren Konsequenzen haben. Ich vermute mal, mit diesem Ansatz haben einige unserer Behörden einfach noch so ihre Probleme.

13. Januar 2026 12:16 Uhr: Von Tobias Schnell an Markus Engelbrecht Bewertung: +12.00 [12]

Dem AFISO würde ich wohl erstmal unterstellen, dass er vermutlich lediglich einen mandatory occurrence report erstellt hat und nicht etwa den Vorfall direkt zur Anzeige gebracht hat [...] war halt einfach "pflichtbewusst"

Also ich würde ja noch (halbwegs) verstehen, wenn der Radarlotse aufgrund der vorliegenden "hard facts" einen MOR schreiben müsste, aber der AFISO!? Auf Basis einer Beobachtung mit dem Fernglas? Im kontrollierten Luftraum, für den er in keiner Weise zuständig ist? Nee...

13. Januar 2026 15:51 Uhr: Von Rolf _PA46 an Markus Engelbrecht Bewertung: +2.00 [2]

...The sole objective of occurrence reporting is the prevention of accidents and incidents and not to attribute blame or liability....

Das wäre wünschenswert, der Initialkontakt seitens BAF war wohl aber "Pilotenname bekanntgeben, wir eröffnen ein OWI Verfahren" - das ist weit von Fehlerkultur weg

13. Januar 2026 16:56 Uhr: Von F. S. an Rolf _PA46 Bewertung: +2.00 [2]

Objektiv ist es sicher richtig, dass Geldstrafen der schlechteste Weg zu Flugsicherheit sind.

Aber: Let's be careful what we ask for!
In UK gab es ja bis zur EASA ein System, das sehr stark auf (Nach-)Schulung statt Strafen gesetzt hat. Wenn ich mich richtig an die Erfahrungen der Piloten dort erinnere, dann gab es schon viele, die sinngemäß gesagt haben: "Also ich hätte lieber 300 EUR bezahlt, als dass ich an 2 Tagen, die von der DFS vorgegeben wurden, nach Langen kommen muss und dort eine Nachschulung absitzen."

13. Januar 2026 18:54 Uhr: Von ingo fuhrmeister an F. S.

vielleicht ist nachschulen nicht schlecht...ich würde es eher fehleranalyse nennen...von prof zu anwender...

13. Januar 2026 21:58 Uhr: Von Johannes König an F. S. Bewertung: +2.00 [2]

So eine Nachschulung kann dann funktionieren, wenn Sie 1-zu-1 stattfindet und thematisch auf den "Verstoß" zugeschnitten ist. Dann braucht man auch vermutilch keine 2 Tage, sondern eher 2-4 h und arbeitet mit einem Lehrer oder Prüfer gezielt die Punkte nach, an denen es geklemmt hat.

Einen anderen Punkt finde ich noch ganz interessant: Die maximale Abweichung ist in Abbildung 2 in der Nähe des FAF bzw. knapp nördlich davon eingezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Pilot auf französischem Staatsgebiet und auch in der FIR Reims (FIR-Grenze ist identisch Staatsgrenze). Wie wird in so einem Fall die Zuständigkeit festgelegt? Grenznahe Plätze haben wir ja einige und z.B. die TMA von Friedrichshafen wird komplett von Alps Radar aus der Schweiz betreut, auch beim Anflug auf die 24, der komplett auf deutschem Staatsgebiet liegt.


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