Aus Sicht eines Arbeitgebers ist es doch relativ einfach:
1.) Es gibt genügend junge, hoffnungsvolle CPLer, die bereit sind, ihr Typerating selber zu zahlen. Diese haben sogar typischerweise den Vorteil, dass sie nicht auf NRW beschränkt sind, sondern man sie eher mal an eine andere Base versetzen kann.
2.)Wenn es davon grad keine gibt, dann gibt es auch viele fertige CPLer mit drölfizg-tausend Flugstunden als FI oder so, die für so einen Deal auch offen sind. Gerade im SET Segment kenne ich zwei Fälle, in denen ein Owner-Pilot seinen Safety-Pilots das TR "geschenkt" hat. DIe hatten aber extrem viel Erfahrung und wurden deswegen auch klar als Safety wahrgenommen - hatten nur das falsche TR.
3.) Selbst wenn man aus diesen beiden Gruppen niemanden findet: Trotz Deiner Beteuerungen kann man auch keinen Ü40 Piloten zum Arbeiten zwingen. Wenn Du nach dem TR beschliesst, Du willst da nicht mehr arbeiten, dann arbeitest Du da nicht mehr. Daher wird jede solche Finanzierung eben am Ende doch nur ein Kredit sein, den Du dann über einen gewissen Zeitraum abarbeiten musst (bzw. zurück zahlen, wenn Du doch früher gehst).
Gerade weil Du Ü40 bist, einen normalen Job hast und deswegen durchaus auf der Bank einen Kredit bekommen würdest: Was ist der Vorteil daran, wenn Dir ein (normalerweise eher liquiditätsschwacher) Flugbetrieb diesen Kredit gibt an Stelle einer Bank, die das geweblich macht ?!?
Daher- Auch wenn Dir hier sicher alle viel Glück wünschen, ist der realistischste Weg für Dich wahrscheinlich der "typische": Nach/neben dem CPL gleich noch den FI machen und dann IRI. Damit kannst Du dann bezahlt viele Stunden und Erfahrung sammeln und Dein Netzwerk in der Branche aufbauen. Und dann ergibt sich vielleicht eine Gelegenheit.
Aber natürlich spricht auch nix dagegen, die AOCs in Deinem Umfeld abzutelefonieren, ob Dir nicht doch eine eine sponsored Ausbildung anbieten will...
P.S.:
Weil Du danach gefragt hast nicht als Korrektur, sondern nur meine Einschätzung dazu:
Ich würde bei einem Ü40 Einsteiger ohne signifikante Flugerfahrung das Risiko, dass er "hinschmeist" viel höher einschätzen, als das Risiko, dass ein 22jähriger doch noch kurzfristig das Traumangebot von der Hansa bekommt.
Die Gründe dafür können vielfältig sein: Angefangen damit, dass man feststellt, dass so ein Job mit praktisch 24x7 Bereitschaft doch größere Auswirkungen auf das gewohnte soziale Leben hat bis zu der Frage, ob man die persönliche Gefühlslage nicht unterschätzt hat, wenn man unter dem Druck eines kommerziellen Flugbetriebes Anflüge zwischen Gewittern ans Minimum fliegen muss.
Gerade der Bedarfsflugbetrieb ist zwar für viele ein Berufstraum - ich kenne aber einige, die dann recht schnell festgestellt haben, dass es nicht der Traumberuf ist.