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22. August 2026 17:47 Uhr: Von Jochen Wilhe an Heiko Sauer
Beitrag vom Autor gelöscht
22. August 2026 18:03 Uhr: Von Sven Walter an Jochen Wilhe

Bloß ist es komplett wumpe, ob du Kohlenhändler am Stadtrand von Leipzig oder Hamm bist, oder Befestigungen für PV entwickelst, baust oder installierst: Es gibt Konkurrenz, einen Weltmarkt, Lieferketten, technischne Fortschritt und keiner von uns mag auf Strom verzichten. Und über 90% der Investitionen gehen in EE, weltweit. Garantiert mehr in tiefen Breitengraden als in Kiruna oder Barrow, Alaska. Das sind Physik, Geographie, Meteorologie, der Stand der Technik und gesunder Pragmatismus.

Man kann während der Erfindung des Fließbandes für den Ford T noch der Kutschenfabrik Landauer für seine zwei PS die Treue halten oder gucken, ob Mercedes, Ford oder Adam Opel die Zukunft dominieren.

Aber mit Ideologie zu argumentieren ist, sorry, hirnamputiert. Es sind eben nicht alle anderen Geisterfahrer, sondern es gibt Stromgestehungskosten, wo Märkte ganz kühl und rational massiv investieren. Trump mag RWE et al für Milliarden Offshorewindkraftparks NICHT bauen lassen, doch im Kernland seiner Wählerschaft, Texas, wird wie wild PV und Wind ausgebaut. Warum? Ist günstiger. Und das Gas & Öl lässt sich international immer noch gut vertickern. #

Wovon lebt denn Jochen Wilhe?

22. August 2026 18:18 Uhr: Von Heiko Sauer an Jochen Wilhe
Beitrag vom Autor gelöscht
23. August 2026 09:26 Uhr: Von M. St. an Sven Walter

Aber mit Ideologie zu argumentieren ist, sorry, hirnamputiert.

Eigentlich ist es noch schlimmer. Dieser Ideologiebegriff, der zB gegen angeblich linksgrün Versifftes in Anschlag gebracht wird, geht implizt davon aus, dass diejenige Person die diesen Begiff verwendet, ideologiefrei sei. Dh dass dieses Denken ein natürliches ist, das einfach so da ist. Ex nihilo sozusagen. Menschliches Denken ist aber nie einfach so da, sondern immer schon geprägt von einer jeweiligen Kultur. Das Gefährliche an einem Denken das einen Ideoligiebegriff verwendet der von sich als natürlich und einfach so da ausgeht, ist, dass es für sich, auf Grund seiner quasi Gottgegebenheit, einen universalen Anspruch erhebt. Damit ist das was ein demokratisches System ausmacht, der freie Austausch der Meinungen, die Notwendigkeit des guten Argumentes – kurz: die Delibertion – ausser Kraft gesetzt. Dieser Ideologiebegriff beinhaltet also für sich den Anspruch allein und als einziger Recht zu haben. Es ist Diktatur.

23. August 2026 10:52 Uhr: Von ingo fuhrmeister an M. St. Bewertung: +2.00 [4]

Gut geschrieben...herr ms-stasi...deswegen reden diese von dir angesprochenen farben ja auch von...."unserer demokratie" - die dann in einer diktatur endet...mit abschaffung der wahlen..mit gleicher kleidung f alle...keine autos...immer schönes wetter...und jeden morgen um 8 muß jeder den großdemokratischen rindfunk hören...erster satz: wir schaffen das...letzter satz: wir schaffen das...dann beweislastumkehr...mit hurra in den unrechtsstaat...sorry...verbrecherstaat...wie es die ddr war...und von der sippe hatten wir eine regierungscheffin...sammt gefolge...du siehst ja, was los ist...lauter bedauerliche einzelfälle...

Woher kommt der satz: wo unrecht zu recht wird....

23. August 2026 11:37 Uhr: Von Sven Walter an M. St. Bewertung: +1.00 [1]

Philosophisch gesehen alles richtig.

Ich würde mich nicht daran stören, dass politische Strömungen und Parteien aufgrund gewisser Lebenserfahrungen, Ideale oder Erziehungen auf gewisse SOPs verfallen, wenn sich neue Herausforderungen zeigen. Bei abgerissenem Flügel würden die meisten von uns nicht mehr Schub geben, aber der israelische F-15 in den 80ern nach dem Midair mit einer Skyhawk hat dies die Steuerungsfähigkeit zurückgegeben. Mit anschließender Landung mit fast nur einer Tragfläche, statt Ausstieg per Schleudersitz.

Was ich konstant intellektuell beleidigend empfinde, bei jeder Partei, ist, wenn sie auch ihren Blödsinn mit Verve noch Jahre später verteidigen:

Die Union hat keine Wirtschaftskompetenz und war vor dem Erscheinen der AgD die korrupteste Partei Deutschlands. Natürlich hat sie einen unfassbar wichtigen Giganten wie Adenauer, den man gar nicht genug lobpreisen kann, und ein paar starke Pro-Europäer gehabt, die auch im richtigen Moment mal historisch Wichtiges bewegt haben. Aber wer 16 Jahre Kohl und Merkel verteidigt, leugnet massive Ausführungsdefizite beim Regieren im Alltag, gerade auch über den Tag hinaus. Reiner Mehltau.

FDP - von 1969 bis heute nur rund einundzwanzig Jahre nicht mit am Ruder gewesen, und fast nix gegen Bürokratiewucherungen gemacht. Auch da, Korruption und wenig Kenntnis von Technik und Naturwissenschaften. Viel Rhetorik, wenig Substanz.

Grün? Migrationspolitik (dass sie von Melnyk, eigentlich eine Übelkrähe, für die Verteidigung der Freiheit mit Waffen beste Partei aus Sicht der Ukraine sind, und das mit Abstand beste Zeugnis bekommen, kann man sofort unterschreiben, wenn man sich die Details anschaut; Spitzengespräch mit Markus Feldenkirch vom Spiegel vor ein paar Wochen. Aber bei manchem hängen die Vorurteile länger im Kopf fest, was den Pazifistenhaufen der ersten Jahrzehnte anbelangt. Pro Intervention im Kosovo waren sie aber schon 1999).

SPD, gerade der linke Flügel: Steinkohle, Verwaltungsineffizienz, Erhaltungssubventionen statt konsequentes Wirtschaftswachstum. Seit 1998 nur 4 Jahre nicht mit in der Regierung. Da kann man sich bei Misserfolgen kaum wegducken.

Die Linke: Wer die nach dem Realsozialismus noch wählen kann, macht mich fassungslos. BSW das Gleiche mit bräunlichem Anstrich. Und jetzt muss man sich sogar freuen, dass die innerhalb der Brombeerkoalition die AgD raushalten. Einfach nur krass, unsere Zeiten.

AfD: Jeder Beitrag überflüssig.

Kanada hat noch ewig lange gegen die Verbannung von Asbest gekämpft, obwohl die Risiken lange bekannt war. Ja sorry, nur weil ihr es fördert und exportiert, sollte man die Realität nicht verleugnen. Das Bessere ist der Feind des Guten.

Wir brauchen mehr Dänemark und Schweiz. Und viel kompetetenteren Journalismus.

23. August 2026 12:15 Uhr: Von ingo fuhrmeister an Sven Walter

bitte sven...was soll besserer journalismus ändern? die haben auch ihre influenzer...wenn du das so und so schreibts..dann...

23. August 2026 13:23 Uhr: Von Sven Walter an ingo fuhrmeister

Wenn du dir die Kommentarsektionen der Welt heutzutage und ein paar der Teilnehmer im Forum hier so anguckst, erklärt sich das von alleine.

Kant, Aufklärung, selbstverschuldet, weißte schon, gell?

23. August 2026 17:03 Uhr: Von M. St. an Sven Walter

Einfach nur krass, unsere Zeiten.

Ich gehe es mal kurz von der Seite an: die Deliberation ist sowieso tot. Dh der vernünftige Austausch von Argumenten bei dem zum Schluss ein Konsens zu einer Entscheidung führt. Habermas, von dem die Überlegungen dazu stammen, hat das selbst von einigen Jahren auch eingesehen.

Zur Deliberation gehört Rationalität. Davon gibt es aber unterschiedliche, je nach Ziel. Kurz gesagt: Wer innerhalb der kapitalistischer Marktwirtschaft freiwillig Profite (zeitweilig) hintenanstellt ist der Dumme (Stichwort Gefangenendilemma). Das kann man gut in der deutschen derzeitigen Debatte sehen, in der der Klimaschutz immer hinter der wirtschaftlichen Leistung zurückstehen muss. Dass es trotzdem Klimaschutz gibt, ist immer hin etwas. Wäre unserer Rationalität rein am Klimaschutz ausgerichtet, hätten wir aber schon seit langem ganz andere Prioritäten. Dann würd zB schon seit einem Vierteljahrhundert nur noch der Prius und ähnlich weiterentwickeltes durch unsere Städte fahren – wenn überhaupt noch.

Bei der zweiten grossen Problematik, der Verbereitung von Atomwaffen, verhält es sich genauso. Wer zurücksteht ist der Dumme und verliert sowieso.

Ebenso bei der Entwicklung von AI. Wir wissen, das kann gefährlich werden, aber wir sind nicht in der Lage Regeln zu entwerfen und duchzusetzen, die diese Entwicklung einfangen und steuern.

Die weltweit aufstrebenden Rechtsradikalen kann man als eine grosse Angstreaktion auf diese Entwicklungen sehen. Ausländer raus, Isolationismus, ad-hoc-Herumgeeiere – inzwischen bis hinein in die so genannten bürgerlichen Parteien der so genannten gessellschaftlichen Mitte – sind das Ergebnis.

Zu unseren Kanzlern und ihrem Verhältnis zure Rationalität gibt es ein Buch: Die Kanzler und die Intellektuellen von Peter-André Alt. Wurde gerade im Handelsblatt besprochen. 811 Seiten. Historisch wahrscheinlich interessant, aber ob's uns hilft....

23. August 2026 17:15 Uhr: Von Manni Fold an Sven Walter

Nimm lieber Platon und seine Sophisten. So, nur so, sind die - aktuellen- Politiker zu erklären. Ein Archetypen des Platonschen Sophisten sind Söder und Merz. Platon konnte die Wucherungen seines Sophismusses nicht erkennen: die Clownokratie z.B. Trump, Milei... oder doch auch Nero? Man weiß Letzteres nicht.

23. August 2026 18:02 Uhr: Von ingo fuhrmeister an Manni Fold

Nero wäre cool...no one knows who's next...

23. August 2026 22:16 Uhr: Von Michael Söchtig an ingo fuhrmeister Bewertung: +1.00 [1]

Ich bin mittlerweile dazu übergegangen viele Diskussionen einfach zu ignorieren und stattdessen einfach zu machen.

Das Hauptproblem: Die Energiewende braucht 30 Jahre Umsetzung. Geht in China wunderbar. Ist halt ne Diktatur. Im Deutschland muss der CDU Kreisdeligierte aber leider nicht von Menschen die den wissenschaftlichen Konsens verstehen gewählt werden sondern von Rentnern an der Basis die nur Stammtisch können ("nachts liefert Sonne keinen Strom").

Daher gibt es idealerweise noch ein großes Delta zwischen dem was man kommuniziert mit Rücksicht auf die Basis (Technologieoffenheit) und dem was man tut (klammheimlich doch an der Energiewende weiter arbeiten) - und schon das ist schlecht weil Kommunikation zwingend erforderlich ist sonst gelingt der Umstieg nicht - schlimmstenfalls aber macht man sogar noch was Bildzeitung/Nils und der Jetzt red i Stammtisch will und behindert die Energiewende so lange bis uns die Chinesen endgültig überholt haben.

Ich bin schon zufrieden wenn man wenigstens nicht behindert sondern den Markt einfach entscheiden lässt.

23. August 2026 22:39 Uhr: Von Reinhard Haselwanter an Michael Söchtig

So dumm, wie Du ihn hinstellst, ist der Stammtisch (aka: "gemeines Volk") aber nicht. Und wenn Du diesem gemeinen Volk die Vorteile einer Maßnahme klar erläuterst, dann trägt es diese Maßnahme in der Regel auch mit (siehe z.B. Mülltrennung). Wenn Du aber 40 oder 45 Jahre in das Renten- und Gesundheitssystem eingezahlt hast, und jetzt, da Du die Früchte Deines Fleiss´ einfahren willst, diese Früchte aber zusehends umverteilt werden, Dass Du da vom Glauben abfällst, wundert mich nicht. Dieses gegebene Versprechen wird m.E. nahc immer weniger eingehalten, und das ist das Problem. Du wartest bei uns in Ö auf so manche geplante OP mittlerweile mehr als 12 Monate. Meine Schwiegermutter hatte Krebs, war nun seit ca. 5 Jahren immer in einem bestimmten Krankenhaus bei einem bestimmten Arzt zur Kontrolluntersuchung. Seit heuer bezahlt die Kasse nun dies nicht mehr in diesem Krankenhaus... Genauso, wenn Du zu den Fleissigen gehörst, und immer im oberen Bereich der Höchstbemessungsgrundlage einbezahlt hast: Als Leistungsträger musst Du es aufgrund der Tatsache, dass Du eine über dem Durchschnitt liegende Rente erarbeitet hast, hinnehmen, dass Deine Rente wesentlich eniger stark angehoben wird, als jene Renten, die am unteren Spektrum liegen. Irgendwann kannst Du es dann nicht mehr hören, dass es halt notwendig ist, dass Du von Deinen Beiträgen immer wieder für die "sozial Schwächeren" beschnitten wirst. Und da habe ich das große Thema noch gar nicht angeschnitten, welche Leistungen temporär Schutzbedürftige erhaten sollen oder auch nicht.

Und ganz nebenbei: ich kenne viel mehr Menschen, die 50+ sind und ein Elektroauto fahren, als solche, die 40- sind. Wie der schnelle Wolff schon vor Jahren schrieb: ein E-Auto muss sich die breite Masse unserer Gesellschaft erst leisten können...

23. August 2026 23:38 Uhr: Von Sven Walter an Reinhard Haselwanter

Bezogen auf Windkraft in D hat Michael indes weitestgehend recht: Da gibt es stockkonservative Landkreise, die nüchtern und rational voll auf Windkraft abfahren (Hunsrück, Nordfriesland), und andere, wo Kampagnen mit Öllobbyunterstützung im Hintergrund einen gewissen Springer-CSU-Zeitgeist aufnehmen und gegen das eigene Wohl handeln.

Klar hast du recht, das Volk ist oft deutlich weniger dumm als die Regierigen, aber die Informationsasymmetrie in manchen Themenfeldern kegelt dann Vernunft aus dem Felde.

24. August 2026 00:46 Uhr: Von Michael Söchtig an Sven Walter

Reinhard da widerspreche ich dir ja gar nicht. Hatte so ein Erlebnis erst letzte Woche (bin freiwillig gesetzlich versichert und finanziere mit meinem Höchstsatz den ganzen Laden und dann wollte das Krankenhaus über meine Hand Op diskutieren... während man sieht wen man da alles quersubventioniert - am Ende hab ich aber eine super Versorgung erhalten).

M.E. ist das aber eher ein Poblem der SPD. Die begreifen leider immer noch nicht dass sie Politik für die fleißigen und nicht für die nichtarbeitenden machen müssen. Solange für die breite angestellte Mehrheit von 100 Euro Gehaltserhöhung teilweise weniger als 50 Euro netto übrig bleiben wird das aber nichts.

Trotzdem gilt auch da - regieren ist schwerer als Populismus raus zu hauen.


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