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Funkaufzeichnung / Textnachricht aus dem Cockpit
Fotostrecke: Kyoto
Einträge im Logbuch: 15
Fotostrecke: Über dem Pazifik
12. Oktober 2017 23:52 Uhr Jan Brill

Leserreise: Tag 9


Ein langer Tag über dem Pazifik

Der 12. Oktober war für alle vier Crews der mit Abstand anstrengendste Tag der Reise. Bereits um 03.45 Uhr am Morgen bestiegen wir zwei Kleinbusse, die uns von Kyoto zum Centrair Flughafen brachten. Zwei Stunden Fahrt zum Glück ohne nennenswerten Verkehr um diese Zeit. Dann der Marsch durchs Terminal, bestens und straff geführt von Peter Steeger. Wir sollten zunächst alle zwischen 7.00 Uhr und 7.20 abfliegen, dann hieß es aber wir könnten nur im Abstand von 15 Minuten starten. Auch kein Problem.


Endlich! Nach 5:10 Flugzeit taucht die Piste von Saipan/PGSN vor uns auf.
Immer wieder interessant ist es für uns zu sehen, wie wenig große Flughäfen in der Welt mit ganz normalen GA-Flugzeugen anfangen können. In Centrair hatte man große Angst, dass wir unsere Parkposition nicht mit einer 180 Grad Kurve verlassen könnten, ohne dabei den nahe (30 m!) gelegenen Taxiway zu berühren. Wir hätten die Flugzeuge von Hand zurückschieben müssen, hätte Peter Steeger nicht interveniert.

Erst nach Vorlage von Turn-Radius-Diagrammen aus dem POH war es uns erlaubt auf einer Fläche, die größer war als mancher Verkehrslandeplatz in Europa, eine ganz normale Kehrtwende zu rollen.

Zunächst flogen wir 190 NM auf die vorgelagerte Urlaubsinsel Hachijojima/RJTH. Hier durften wir – obwohl kein Airport of Entry – nochmals nachtanken. Das war extrem wichtig, da sonst für alle Flugzeuge die Strecke nach Saipan/PGSN zu lang gewesen hätte. Da wir aber in Nagoya schon ausgereist waren, fand das Nachtanken unter den strengen Augen zweier japanischer Zöllner statt, die – extra angereist – sicherstellten, dass wir nichts mehr be- oder entluden.

Die folgende 1.150 NM lange Strecke war dann vom Wetter her zum Glück unproblematisch. Da alle SIDs von dieser Insel in die für uns falsche Richtung (Norden) führten konnten wir sogar auf einem Z-Plan abfliegen um auf dieser langen Strecke bloß keine Meile in die falsche Richtung zu fliegen. Pickup und zügige Freigabe auf den benötigten Level 270 klappten problemlos.

Nach Verlassen der VHF-Coverage arbeiteten wir mit dem Satphone für die erforderlichen Position-Reports. Diese waren zunächst an Tokio und dann an Oakland Center abzugeben. Standard ist hier immer noch das HF. Die Kommunikation mit dem SatCom klappt aber derart reibungslos, dass wir froh waren, dieses Long Range Communication System (LRCS) nutzen zu können.


Betankung in der Abendsonne des Pazifiks. Was hübsch anzusehen war, hat leider unglaublich lange gedauert.
Der Wind zeigte sich kooperativ und blieb in der ersten Hälfte der Strecke bei einer Null-Wind-Komponente und drehte in der zweiten Hälfte auf einen leichten Rückenwind. Sehr erfreulich, denn für alle vier Flugzeuge bedeutete diese Strecke ans Maximum der erzielbaren Reichweite zu gehen (nunja, für die TBM war’s eher ein Spaziergag…).

Alle vier Flugzeuge flogen die Strecke mit Long-Range-Power, was man für die Cheyenne deutlich in den Geschwindigkeiten (oben) sehen kann. Für uns ein Novum, bislang war das nicht nötig, bzw. mit unserer alten Cheyenne I auch nicht sinnvoll. Die -135er Turbinen der II XL eröffnen aber auch in Dichtehöhen von FL300 heute ein kleines Fenster für den Long-Range-Cruise, das wir genutzt haben.

Genau in der Mitte zwischen Japan und Saipan liegt übrigens die Insel Iwo Jima mit einer großen japanischen Militärbasis. Ein Tankstopp dort ist zwar nicht möglich, als Emergency Alternate hat die Insel uns den Flug aber sehr viel weniger risikoreich gestaltet als eine reine Überwasserstrecke von 1.100 NM. Sowohl für den Fall eines technischen Problems wie auch einer plötzlichen Wetterverschlechterung am Ziel eröffnet das Vorhandensein der Basis Optionen.

Eine gut verständliche US-amerikanische Controller-Stimme begrüßte ca. 180 NM nördlich von Saipan bei Guam Center wieder auf VHF. Zumindest bei ATC läuft hier alles wie in den USA. Am Boden aber leider nicht. Zwei Stunden musste die letzte Crew auf Sprit warten, da die Betankung mit einer für uns kaum nachvollziehbaren Gemütsruhe vollzogen wurde.

Dann folgte die Einreise in die USA (problemlos). Es war schon wieder dunkel, das wir das Hotel erreichten. Morgen haben wir deshalb einen Ruhetag eingeplant, bevor wir unseren Weg über den Pazifik nach Südosten fortsetzen.



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