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16. Juli 2008 Jan Brill

Events: Tannkosh 2008


Get ready: Tannkosh 2008

Deutschlands meist besuchter Fly-In steigt an diesem Wochenende in Tannheim (EDMT). Wie immer verwandeln die Organisatoren des Tannheimer Flieger- und Freizeitzentrums die Wiese im Allgäu für drei Tage in ein echtes Aviation-Mekka.
Damit der Anflug und Abflug der vermutlich über 1.000 Maschinen auch in diesem Jahr problemlos abläuft, hier das Wichtigste zu den Betriebsverfahren während der Veranstaltung.


© tannkosh.de 
Am allerwichtigsten: Lesen Sie die Veröffentlichungen der Organisatoren.

1. Pilot Infos
2. Warteverfahren

Der Anflug zum Fly-In in Tannkosh erfordert vom Piloten gute Vorbereitung und disziplinierte Durchführung. Die Verfahren, die von Organisationsteam veröffentlicht wurden sind die fortschrittlichsten und zweckmäßigsten VFR-Massenarrivals, die in Deutschland zu finden sind. Wir freuen uns sehr, dass, wie schon 2007, die ATC-Profis von der Tannheimer Infostelle auch einige Anregungen aus der Redaktion von Pilot und Flugzeug aufgegriffen haben, und wir freuen uns zudem, dass die Genehmigungsbehörde diese Verfahren abgesegnet hat.


ATC oder Infostelle?

Wer die Veröffentlichungen genau liest wird stutzen angesichts der Tatsache, dass von "Tower" und "ATC" die rede ist, wenn Infostelle gemeint ist. Gerade aufmerksame Leser von Pilot und Flugzeug wissen, dass wir diese Unterscheidung für wichtig halten und in aller Regel deutlich kritisieren wenn sich Infostellen zu Türmen aufspielen und Staffelung-Dienste anbieten, die sie nicht leisten können (zuletzt anlässlich der Aero-Expo in Prag, siehe Pilot und Flugzeug Ausgabe 2008/06).

In diesem Punkt möchte ich jedoch eine Ausnahme machen und zwar aus drei Gründen:
  1. Das Verkehrsaufkommen in Tannheim erfordert ein Maß der Unterstützung für die Piloten, welches eine reguläre Infostelle nicht zu leisten vermag. So ist es beispielsweise undenkbar, dass Flugzeuge mit "Ansage" während der Event-Tage auf eigene Faust die Bahn kreuzen oder Platzrunden fliegen.

  2. Ein Tower, welcher für diesen Fall die sauberste Lösung wäre, ist genehmigungstechnisch in Deutschland zurzeit leider unmöglich.

  3. Die Tannheimer ATC-Profis haben in den letzten Jahren ein gutes und taktvolles Händchen bewiesen und diese Gradwanderung beispielhaft gemeistert.

Mit anderen Worten: Die Besatzung von Tannheim-Info während des Events besteht aus Vollprofis der militärischen und zivilen Flugsicherung. Der Platz ist unkontrolliert und der Pilot ist selbstverständlich selbst dafür verantwortlich dass er landet, wo er landet und dass er auf der Bahn genug Platz zum Vordermann hat.
Den "Informationen" von Tannheim ATC ist aber unbedingt Folge zu leisten, solange diese nicht die sichere Flugdurchführung beeinträchtigen. Die Jungs von Tannheim Info wissen was sie tun und üben zudem das Hausrecht aus. Niemand wird Ihnen sagen "frei zur Landung" aber wenn die Infostelle funkt "durchstarten", "nicht landen", "lang landen", "halten" oder "ins Holding" dann hat das einen Grund.
Wer mit dieser Gradwanderung zwischen Theorie und Praxis nicht klarkommt, der sollte den Event meiden.


Das Anflug-Verfahren

Anfliegende Maschinen sollten zunächst die ATIS-Frequenz 129,7 rasten und vollständig abhören. Dort erfahren Sie ob der Platz offen ist und/oder welches Warteverfahren in Betrieb ist, sowie natürlich Landerichtung und Wind. Nutzen Sie diese Informationen um rechtzeitig den zu erwartenden Anflug zu briefen und in Gedanken durchzugehen. Rasten Sie dann die Info-Frequenz auf 122,82.

Solange kein Warteverfahren in Betrieb ist, wird die Platzrunde entlang der hier veröffentlichten Flugwege angeflogen. Echo- und Golf-Flugzeuge fliegen direkt von Norden in den Gegenanflug, Mike- und Kilo-Maschinen fliegen von Nordwesten her in den Queranflug (Piste 09) bzw. ebenfalls den Gegenanflug (Piste 27).

Der Funkkontakt mit Tannheim muss an den Event-Tagen vor allem eines sein: KURZ! Bei hohem Verkehrsaufkommen reicht "Tannheim Info, D-EAER" vollkommen aus. Wenn Info außer "Echo Romeo, Piste 27" eine weiterführende Konversation mit Ihnen wünscht, dann wird er das schon sagen.

Wie Pilot und Flugzeug aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hat, muss jeder Pilot der einen Einleitungsanruf ala "Tannheim Info, D-ECJB, eine C172 VFR-Flug aus Biberach, zehn Meilen nördlich, auf Squawk 7000 ... blah, blubb" absetzt, der versammelten Flugzeughalle am Abend ein Bier ausgeben.

Wenn ein Warteverfahren in Betrieb ist, wird Ihnen das auf der ATIS- und auf Info-Frequenz mitgeteilt. Reihen Sie sich in diesem Fall in den in der Karte eingezeichneten Kreis für Ihre Flugzeug/Speed-Klasse ein und warten bis Sie einzeln oder als Gruppe "abgerufen" werden. Beispiel: "D-CB, jetzt Anflug fortsetzen" oder "alle Maschinen in der Nordschleife können den Anflug fortsetzten". Bitte im Kreis nicht enger werden und die Speed an die Herde anpassen.

Ganz besonders wichtig jetzt: Fliegen Sie den Kreis zu ende auch wenn der Anflug wieder offen ist! Nicht wie angestochen direkt in die Platzrunde rennen, sondern das begonnene Warteverfahren zu ende Fliegen und erst am markierten "Abflusspunkt" den Weg zur Platzrunde einschlagen. Der Grund liegt auf der Hand: Das Piloten-Treffen findet am Abend in der Halle und nicht in der Luft statt!

Das Schöne an diesen simplen Verfahren: Wenn alle mitspielen ist das ein relaxter Gänsemarsch, denn Sie können relativ sicher sein wo und aus welcher Richtung in der Platzrunde weiterer Verkehr hinzukommt. Dies erleichtert die Luftraumbeobachtung erheblich, da sie in diesen Sektoren (Mitte Gegenanflug und Queranflugkurve 09) gezielt Ausschau halten können.

Am Boden dann so schnell es die Speed erlaubt runter von der Bahn und den Einwinkern folgen.

Und nicht vergessen: Das Flugzeug fliegen und rausschauen. Wenn Sie Paxe haben teilen Sie diese zur Luftraumbeobachtung ein und briefen Sie welche Traffic-Ziele wann einen Callout wert sind (Nähe zum eigenen Flugzeug, stehende Peilung).

Außerdem bitte das Informationsblatt genau lesen, ausdrucken und dabei haben. Die Rückseite eignet sich übrigens hervorragend als "ONC"- oder "FLY"-Schild ...


Abflug

Vor dem Anlassen und während des Rollens bitte auf Besucher achten. Das schöne an Tannkosh ist der enge Kontakt zwischen Besuchern und Maschinen, das allerdings erfordert Aufmerksamkeit!
Abflug nur nach "Aufforderung" bzw. nach Flaggensignal am Rollhalt. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie am Rollhalt auch abflugbereit sind, und melden Sie dies KURZ auf der Info-Frequenz, damit die Infostelle weiss ob und wann sie eine Departure dazwischenquetschen kann. Kurz heisst hier KURZ: Niemand interessiert sich dafür wo sie hinfliegen oder wie viele Personen Sie an Bord haben. Und was Sie für ein Flugzeugtyp sind kann die Infostelle sowieso sehen: "D-CB abflugbereit" reicht völlig.

Nach dem Start bitte die veröffentlichten und genehmigten Abflugverfahren befolgen, ganz besonders bezüglich der Höhe und auf die CTR Memmingen achten.


... finally

Beim letzten Tannkosh 2007 nutzte der Deutsche Zoll in seiner unnachahmlichen Art die Flugzeugansammlung um nicht in Deutschland registrierte Maschinen bezüglich Einfuhrumsatzsteuer und anderer zolltechnischer Bestimmungen zu prüfen. Trotz einwandfreiem Paperwork verbrachten wir mehr als eine halbe Stunde mit den geschätzten Beamten.
Ich empfehle dringend das entsprechende Paperwork bereitzuhalten.


Pilot und Flugzeug wird am Samstag in Tannkosh vor Ort sein, lesen Sie unsere Reportage von diesem Event in der kommenden Ausgabe am 30. Juli 2008.


  
 





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