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27. Juni 2026 12:39 Uhr: Von Helmut Grünbergs an ingo fuhrmeister Bewertung: +2.00 [2]

Hier ein klares JA zur der Frage, dass es in der Vergangenheit, genauer gesagt, seit Gründung des LBA, diese Form 8130 und auch Form ONE gefordert wurde. Da es sich aber bei LBA, Betrieben und Prüfern alles neu erfinden musste, setzte man sich als Deutscher kaum mit dem für viele unverständlichen Englisch außeinander. Dies hat sich bis zum Übergang in die EASA unwesentlich gebessert. Je nach Kentniss des Betriebsprüfers wurden solche Forms für aus dem Ausland kommende Bauteile gefordert oder auch nicht. Für im Innland gefertigt oder Überholte Bauteile war der Bauteilprüfschein notwendig.

Selbst aber habe ich (mit abgeschlossenem jurastudium) den deutschen Gesetzestext verstanden. Also für jedes Bauteil musste einer dieser FAA Forms vorliegen, wenn ausländische neue Teile, oder überholte Produkte eingebaut wurden. Oder aber, wenn in Deutschland gefertigt, ein Bauteilprüfschein erstellt werden muste. Voraussetzung ein Prüfer Klasse 4 stempelte den Umfang der Herstellung, Überholung oder Reperatur ab.

Es war aber für mich ein leichtes den Prüfer Klasse 4 und Bauteilprüfschein als Prüfer Klasse 1 zu umgehen. „Geht nicht“, die Worte vom LBA. „Wo steht das?“, eine meiner beliebtesten Fragen. Anschließend Schweigen. Habe also lustig zum Erstaunen und letztlich Billigung des LBA Magnete, Anlasser, Alternator, Generatoren, Steuerseile, Kraftstoffanlagen, Schläuche, Hydraulikkomponenten … Zellenbauteile gefertigt, überholt, zertifiziert. Nach einfacher Daregungen des Gesetzestextes, ohne Bauteilprüfschein, ohne Widerspruch.

Das damalige Geheimnis. Der Betrieb wurde auf „gesamte Instandhaltung“ zugelassen. Der Betrieb musste also „nur“ alle Grundlagen wie aktuelle Dokumentation, Werkzeug, Prüfeinrichtung, Personal, fachliches Wissen dazu haben. Aber eine Einschränkung: Man konnte nicht auf Lager produzieren. Nur für das Luftfahrzeug das in der Werft oder anderorts steht. Also nur Kennzeichen bezogen. Da man nicht nur Öl- und Zündkerzen gewechselt hat, gewann die Werft dadurch sehr viele Kunden. Denn man konnte vor Ort viel mehr selbst machen und der Kunde hatte keine lange Wartezeiten bis die teueren Teile aus dem Ausland kommen. Zudem war man preiswerter, die Werft gut ausgelastet und hat dabei auch noch gut verdient.

Ja, auch ich muss sagen, das waren schöne Zeiten, als der Prüfer noch entscheiden konnte …


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