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25. April 2010: Von Urs Wildermuth an Andreas Riedel
Es ist zwar richtig, dass Deutschland erst spät mit Sondierungsflügen begonnen hat, aber dies gilt bei Weitem nicht für alle. In der Schweiz war bereits am Samstag, also am ersten Tag der hiesigen Sperre, ein Messflieger unterwegs, dazu wurde die Asche sowohl mit Bodenbasierenden LIDAR Systemen als auch auf Gebirgsstationen (etwa Jungfraujoch) klar gemessen. Die Messresultate der ETH Flüge sind u.a. hier niedergeschrieben:

http://www.ethlife.ethz.ch/archive_articles/100421_island_volcano_su/index

Mit dem Risiko mich hier gegen den Strom zu stellen möchte ich einfach zu bedenken geben, dass die Situation nicht soooo eindeutig ist, wie sie interessanterweise von der Flugpresse dargestellt wird. Keiner weiss, welche möglichen Schäden noch im Nachhinein festgestellt werden, nachdem einige Lufträume früher aufgingen als andere, und dies obwohl man zu diesem Zeitpunkt noch in dem Aschengebiet war.

Es ist ebenfalls nicht korrekt zu behaupten, dass ein "stahlblauer Himmel" wie es in einigen Foren und Medien bezeichnet wurde, obwohl der bei mir anders aussieht, bedeutet, dass keine Gefährdung da wäre. Das stimmt schlicht nicht. Wer in der Zeit die Chance genutzt hat, entweder mit einer GA Maschine im kritischen Bereich zu fliegen oder aber Abenddämmerung oder Morgendämmerung mitverfolgt hat, konnte die Asche sehr wohl mit blossem Auge sehen. Der visuelle Effekt war ähnlich wie bei Sandverfrachtungen, der Inhalt aber entsprechend anderst.

Ich persönlich denke, die Nachbearbeitung dieses Events wird noch viel zu diskutieren geben. Es wird allerdings auch wesentlich sein, zu sehen, ob und wenn ja welche Schäden wirklich entstanden sind bei den Flugzeugen, die trotz der Sperre geflogen sind.

Beste Grüsse

Urs Wildermuth
26. April 2010: Von Andreas Riedel an Urs Wildermuth
Guten Morgen Herr Wildermuth, kann Ihre Bedenken nicht nachvollziehen. Wir sind doch nicht der einzigste Ort auf der Welt der mit einem Vulkanausbruch zu tun hatte. Wir fliegen mit Jets seit 50 Jahren in der ganzen Welt. Vulkanausbrüche sind nichts besonderes und haben auch bisher noch keinen Kontinentdesasterplan ausgelöst. (Ein Kontinent wurde von der restlichen Welt abgeschottet)Weiß nicht warum Sie glauben das bei den kleinsten Verunreinigungen in der Luft die Jettriebwerke ausfallen.
Wir haben hier sicherlich ein Problem mit Begriffen und Konzentrationswerten. Wir reden von Wolken wenn man die Verschmutzung kaum messen kann. Die Panikmache der Medien und der blinde Aktionismus unserer Volksvertreter und Entscheidungsträger zieht sich wie ein roter Faden seit vielen Jahren durch unser Leben. Jedes Jahr ne gute Panik und wir sind zufrieden, lieben unsere Volksvertreter auf das Sie uns auch weiterhin von allem bösen Übel beschützen und wir ruhig schlafen können.
Wünse eine gute Woche
Andreas Riedel
26. April 2010: Von Wolff Ehrhardt an Urs Wildermuth
Zu dem Thema Partikelkonzentration, gemessen wurde in der Schweiz max 600 µ, inzwischen wurde ein Wert von 2000 µ als Obergrenze von London-Vulkan (nein nicht Spock) angegeben. Woher allerdings "über Nacht" dieser Grenzwert herkommt, frage ich mich schon.

Allerdings dem nach war der Wert deutlich unter den "Grenzwert". Man hätte aber auch mal andere Airlines fragen können, die nachweislich Erfahrung mit Vulkanasche haben. Siehe Beitrag weiter oben.
26. April 2010: Von Gerhard Uhlhorn an Wolff Ehrhardt
Ich habe irgendwo gelesen, dass man inzwischen Triebwerke auf Vulkanasche getestet haben soll. Dazu hatte man Turbinen auf einem Prüfstand mit Vulkanasche „gefüttert“. Und aus diesen Versuchen stammt der neue Grenzwert.

Nachtrag:
Bei der Suche nach dem Artikel bin ich auf einen Artikel beim SPON gestoßen. Hier klingt das alles schon viel vernünftiger:
Spiegel Online: Ergebnisse des Messflugs, Vulkanasche schwebt in 3,5 bis 6 Kilometer Höhe

Noch ein Nachtrag:
Ich habe den Artikel wiedergefunden:
RP-Online: Briten legen Aschegrenzwert vor

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