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17. September 2025 12:30 Uhr Jan Brill

Leserreise: Tag 15


Baden gehen mit Seayou

Immer wenn man denkt eine solche Reise sei eigentlich problemlos verlaufen, wird’s nochmal spannend. Der nur etwa 270 NM lange Flug von Teneriffa nach Madeira wäre eigentlich Routine. In Funchal sind allerdings die Parkplätze knapp, das war aber alles bekannt und geplant, weshalb die Gruppe zum Teil auf der nördlichen Nachbarinsel Porto Santo landete, dort gibt es genug Stellplatz. Für diese Crews hatten wir verschiedene Transferoptionen angeboten damit sie bequem nach Madeira ins Hotel kommen – dachten wir jedenfalls …


Anflug auf die Piste 36 in Porto Santo/LPPS. Der Flughafen ist weniger verkehrsreich als in Madeira und hat mehr Parkplätze anzubieten.
Die beiden Inseln liegen ca. 40 km auseinander. Madeira ist die weltbekannte Touristeninsel mit hervorragender Infrastruktur, Porto Santo ist mit gerade mal 5.000 Einwohnern eher ursprünglich, hat aber einen sehr viel größeren und weniger Wetter-anfälligen Flughafen mit einer 3.000 m langen Piste. Zwischen den beiden Inseln fliegt Binter einen kurzen Shuttle-Service und es geht eine Autofähre. Die Abfahrts- bzw. Abflugzeiten waren für uns allerdings ungünstig, weshalb wir noch ein privates Boot für den Nachmittag gechartert hatten, damit die Crews nicht so spät im Hotel ankommen.

Der Flug nach Madeira Funchial/LPMA war dann für die dort landenden Flugzeuge durchaus anspruchsvoll. Der Flugplatz hat verpflichtende Wind-Limits: Wenn der Wind über einer gewissen Stärke aus bestimmten Sektoren weht, erteilt der Tower keine Landefreigabe mehr und weist einen Go-Around an. Tatsächlich mussten einige Airliner auch durchstarten, weil der Wind am Montagmittag immer im ein paar Knötchen um diese Windlimits herum variierte.


Die Flugzeuge die nach Madeira/LPMA gehen müssen teilweise Holdings fliegen, auch weil wegen des Windes immer wieder Go-Arounds angewiesen werden.
Holdings und Diversions sind unter diesen Bedingungen die Regel. Zwei Urlaubsflieger wichen tatsächlich auch nach Porto Santo/LPPS aus um dort auf bessere Bedingungen zu warten.

Alle vier Flugzeuge der Gruppe, die Madeira anflogen, kamen nach einem durchaus turbulenten aber problemlosen Approach beim ersten Versuch in den Platz und hatten das Tagesziel erreicht. Auch für die Porto Santo Flieger lief zunächst alles nach Plan.

Dann allerdings erreichte uns die Nachricht des Skippers, der unser gechartertes Boot absagte. Die Wellen seien zu hoch. Vor einigen Tagen hatten wir extra angefragt wie wetterempfindlich die Überfahrt wäre und wurden beruhigt. Später erfuhren wir von einem auf der Insel lebenden anderen Skipper, der mit einer Leserreise-Crew befreundet ist, dass das von der Firma ‘Seayou’ gegen Vorkasse (!) vercharterte Boot für diese Strecke gar nicht geeignet ist und kaum je eine Chance bestand die Überfahrt zu machen. Wir wurden also reingelegt.

Für die Crews bedeutete das einen halben Tag auf Porto Santo zu warten und am Abend mit der Fähre zu fahren. Wir machten das beste draus und waren von der Insel sogar ziemlich angetan!

Langeweile kam allerdings nicht auf. Denn ein Flugzeug der Gruppe erlitt bei der Landung auf der Piste 36 in LPPS einen platten Reifen und lag nun im ersten Drittel der Piste bewegungsunfähig auf der Bahn. Der Flughafen hatte zunächst größte Mühe dem hier eher ungewohnten Flugzeug zu assistieren. Und Zeitdruck bestand auch: Die beiden nach LPPS ausgewichenen Urlaubsflieger wollten weiter und die Piste ist ein extrem kritisches Stück Infrastruktur für die Insel, da Porto Santo nicht mal über ein Krankenhaus verfügt.


Nur mit etwas Improvisation lässt sich die Maschine schließlich von der Piste bergen.
Flugbetrieblich reagierte der Platz sehr professionell und verkürzte mittels einer neuen Declared Distance per NOTAM die Landebahn, sodass zumindest einer der beiden Airliner trotz des havarierten Fliegers wieder starten konnte. Technisch stellte der platte 6.00-6 Reifen die Mitarbeiter aber vor erhebliche Probleme, auch weil keine geeignete Ausrüstung zur Hand war. Erst durch eine von anderen Piloten der Reise angeregte und implementierte Improvisation konnte das Flugzeug von der Bahn geschleppt werden.

Mehr zu dieser Aktion und wie das Flugzeug wieder flott wurde in der kommenden Ausgabe von Pilot und Flugzeug...

Die Überfahrt mit der Fähre war dann langwierig aber problemlos. Um kurz vor Mitternacht trafen die Teilnehmer schließlich im Hotel ein und hatten dabei sogar noch mehr Glück als die Crews die den Binter-Shuttle gebucht hatten, denn der hatte mehrere Stunden Verspätung (nein, nicht wegen der zeitweilig gesperrten und verkürzten Piste in LPPS!).



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