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Der Unfall der Cirrus bei Leukerbad hätte schon dadurch verhindert werden können, dass sich der Pilot die KARTE angesehen hätte. Die "GAFOR ROUTE 53", die er offenbar fliegen wollte ist auf allen Charts mit "MNM 9200" markiert, jedenfalls ganz deutlich und mehrfach in Skydemon UND Foreflight.
Die einzige richtige Strategie wäre gewesen, nch dem Start diese Höhe aufzubauen, im Rhonetal, und DANN erst in das Tal abzubiegen. Dass der Einschlag in den Berg in 6500 ft passierte sagt ja schon fast alles aus.
Was mir unerklärlich ist, vielleicht aber auch darauf zurückzuführen, dass der Pilot angeblich ein Anfänger war: Man SIEHT doch, dass man direkt auf den Berg zu fliegt. Hat er überhaupt nicht versucht, vom Berg wegzukurven (oder ist er bei dem Versuch wegzukurven runtergefallen ... das könnte ich mir auch vorstellen.
Es gibt keine guten Bilder von der Unglücksstelle, aber es sieht so aus als ob die Höhe AGL nicht ausgereicht hat, um CAPS zu benutzen.
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Hi Alexis, bin voll bei Dir. Wenn der PiC tatsächlich unerfahren mit der Steigleistung einer Cirrus 22 war dann könnte das Flugprofil die Erklärung liefern. Mehrere Minuten in ungefähr 3.500 ft MSL, dann eine Steigrate von 475 - 651 ft/min. Die Aufzeichnung endet mit einer Steigrate von 1043 ft/min. Der ganze Flug dauerte nur knapp 10 Minuten. Frühe Umkehrkurve war offenbar keine Option. Leider zeigt dieses Profil eine gewisse Ähnlichkeit (bezogen auf den Reise- und Steigflug) zum Unfall am Leutascher Platt, nur war bei diesem Unfall ein "erfahrener" Pilot (mit höherwertiger Lizenz /Ratings und xK Flugstunden) vorne links.
Full Story: https://bit.ly/4AdV8fY
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Genau so meine ich das: Wie kann man in dem engen Seitental bei 6.500 in die Felsen ballern! Natürlich muss man die 9.200 auf der Karte lesen, aber das sollte doch wirklich jedem klar sein, wenn man in Sion startet: Die Berge dort sind richtig hoch!
Du musst Dir mal ein Cockpit-Video von einer SEP dort beim Start auf der 25 ansehen, das schnürt einem die Kehle zu!
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Die Berge sind spektakulär, aber das Tal ist breit, und von daher ist - gerade für eine SEP -ausreichend Platz und für mich vergleichbar mit LOWI - zum Glück schnürt es mir da nicht jede Mal beim T/O die Kehle zu - sonst hätte ich erhebliche Probleme ;-)))
https://www.youtube.com/watch?v=aSQHtfOtxZk
Was mich erschüttert, ist, dass man sich ohne Not in so eine Lage bringen kann - nach dem T/O steigen, eine 180°-Kurve, dann weitersteigen, dann nochmal 180°, und man hat ein gutes Horizontbild und vor allem wesentlich mehr Höhe, um den weiteren Flugweg besser abschätzen zu können...
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Genau das Video meine ich! Auch die Breite vom Rhone-Tal. Da kann man wirklich völlig problemlos Höhe machen.
Die Kehle meinte ich wegen des Unfalls...
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Ja, das Wetter war super ... der Flug wäre in 10,000 Fuß überhaupt kein Problem gewesen .. ein "Holding" über dem Tal, um Höhe zu gewinnen ...
DIESER Unfall ist mir ebenso ein Rätsel wie der in LOWZ vor ein paar Jahren, wo ein Pilot (mit 2 Kindern an Bord) den RNAV-Approach fliegen wollte (obwohl ihm der Turm abriet) ... und dann hinter dem Platz in den Berg flog. DER Flug hat mich richtig erschüttert weil er so dumm war ...
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Hi Alexis, "DER Flug hat mich so richtig erschüttert, weil er so dumm war ..."
Eigentlich kann ein Flug doch nicht dumm sein oder doch ? Vielleicht ist der Pilot gemeint, der einen Flug fortsetzt obwohl die äußeren Umstände für eine sichere Flugdurchführung schon (längst?) nicht mehr gegeben sind. War der Pilot deswegen "dumm"? Mir widerstrebt es eine tödlich verletzte Person als "dumm" zu bezeichnen.
Nach meiner Beobachtung kann es bei Flügen zu Situationen kommen bei denen der Pilot in kleinen Schritten mit dem Kopf vor dem Flugzeug allmählich zum Passagier wird und alles dann geschehen läßt. Ist dieses Verhalten "dumm" oder ist der Pilot hier schlicht in einen Entscheidungstrichter geraten und ist darin gefangen, weil er/sie sich nicht schon früher für Plan B / C / D entschieden hat. Richtig wäre es gewesen den Anflug auf LOWZ gar nicht erst zu beginnen, sondern sofort auf Plan B einzusteigen und zum Alternate LOWS zu fliegen. PiC hat an Plan A festgehalten, wurde dann vermutlich damit in seinem eigenen Entscheidunstrichter gefangen, der nur noch eine Landung in LOWZ vorsah. Wir wissen vieles nicht, zB was wurde an Bord vor dem Unfall besprochen, welche Optionen waren vorbereitet, vielleicht gab es sogar eine Güterabwägung dafür nicht zum Alternate zu fliegen, usw. Vielleicht war der PiC auch irgendwann einfach nur überfordert, weil er sich als Sichtflieger in VMC gesehen hat und im Kopf nicht als Pilot nach IR Regeln unterwegs war. War er deswegen "dumm"?
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Ich gebe Alexis recht. Der Begriff ist "dumm" ist in absolutem VMC, davon ausgehend, daß er sein Flugzeug kennt, zutreffend. "Dumm" ist immer wider besseren Wissens Fehler zu machen. Der Irrtum hingegen ist keine Dummheit. Irrtümlich das falsche Tal zu befliegen ist keine Dummheit. Ins richtige Tal mit der richtigen Höhenangabe mit den bekanntenLeistungsgrenzen des Flugzeugs ist: dumm. Wie ein Sprung aus 100mtr in der Hoffnung 99,95mtr wäre es problemlos. Wir wissen aber nicht was im dem Kopf des Verunfallten vorging.
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"Dumm" oder "nicht dumm" hier zu diskutieren, ist m.E. nicht zielführend. Auch dieser Pilot ist sicher nicht in der Früh mit dem Vorsatz in den Flieger gestiegen, bei Leukerbad in den Berg zu fliegen...
In einem anderen Forum habe ich gelesen, dass der Pilot seinen Schein erst relativ "neu" hatte. Und hier würde mich das ganze "drumherum" interessieren: War es sein Flugzeug oder gechartert ? In beiden Fällen muss ein "ordentlich bestallter" finanzieller Background vorhanden sein, denke ich. Menschen mit überdurchschnittlichem Einkommen haben sehr häufig - bei weitem nicht immer - ein starkes Selbstbewusstsein. In welchem fliegerischen Umfeld/geografischer Region hat der Pilot seine Lizenz erlangt ? War es womöglich eine geplante Runde, um sich mit Bergen vertraut zu machen ? Was ließ ihn an dem Tag so viele - anspruchsvolle - Legs hintereinander fliegen ? Vorher lt anderem Forum Innsbruck-Salzburg-Lugano-Sion - auch bei schönem Wetter ist das ordentlich "Arbeit" im Sinne von Flugvorbereitung, dynamisches ADM etc. ...Kann das schon "over-confidence" gewesen sein (Ich hab´ ja den besten Flieger, bin bei bestem Wetter unterwegs, und - hey - hab´ heute ja schon 3 tolle Legs hinter mir !) ? Fragen über Fragen... Alles zusammen sind das nur "contributing factors", aber die machen oftmals viele kleine Puzzleteilchen aus, die dann ein Gesamtbild ergeben...
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Servus Alfred,
das war keine Generalkritik an einem Menschen, den ich nicht kannte und auch nie mehr kennenlernen werde .... aber umgangssprachlich ist die Bezeichnung "dumm" für diese Aktion, so tragisch und traurig sie auch ist, sicher passend. Das jeißt NICHT, dass der Mensch "dumm" war.
Aber man muss da auch nicht drum herum reden. Ich fliege seit 1994 und ich war noch nie in Sion (oder Samedan), schon weil ich da nix zu tun habe. Aber WENN ich da mal hinfliege, dann werde ich das sehr gründlich vorbereiten. Ich werde genau wissen, wie hoch ich über diesen Bergen sein muss, um den (hoffentlich noch längeren) Rest meines Lebens nicht zu riskieren.
In Sion zu starten, kaum zu steigen und so in dieses Tal einzufliegen, halte ich für dumm. EIN BLICK auf die Karte zeigt MNM 9200 ft". Das ist nicht sonderlich charmant, und die Familien dieser Leute tun mir sehr leid, aber dafür gibt es den Begriff "Verantwortlicher Pilot". Was für eine Flugvorbereitung kann dieser PIC gemacht haben?
Bei mir selbst lege ich übrigens auch keinen Wert darauf, meine Dummheiten hinter Relativierungen zu verbergen. Sollte ich mal so was machen, bitte saft allen anderen, dass ich dumm war.
Was würdest Du bei dem SR22T-Piloten sagen, der in Zell mit seinen Töchtern in IMC in den Berg flog? Da fällt meine Charakterisierung, obwohl er tot ist, noch klarer aus.
Man könnte auch noch darüber nachdenken, was die Hinterbliebenen der Mitflieger fühlen, oder ob der Pilot seiner Verantwortung für sie gerecht wurde.
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Nachtrag zum Thema Cirrus 22 kollidiert im Rhonetal mit dem Berg
Hi, es wird für mich immer mysteriöser. Nach einer Publikation des independent in UK (www.independent.co.uk) sind die Verunglückten im Rhonetal Britische Staatsbürger. Unterwegs mit einer Cirrus 22 von Lugano über Sion nach Buochs. Genannt wird ein britischer Milliardär, der mit an Bord war. Unklar war ob Mr. XX (so nenne ich ihn) der PiC oder nur Passagier war, jedenfalls hatte Mr. XX eine Piloten Lizenz und die Publikation beschreibt ihn u.a. "he was an experienced pilot". Umso weniger verstehe ich wie man sehendens Auge in 4.400 ft MSL mit einer Steigrate von 1.043 ft/min (Aufzeichnungen von flightaware) direkt in einen Berg fliegen kann. SUST wird sicherlich einen fundierten Bericht liefern wie sich die Fehlerkette entwickelte.
Full Story: https://bit.ly/4AdV8fY
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Servus Alexis,
Danke für Deine Erläuterungen zu dem Begriff "dumm" und so wie von Dir definiert, kann ich Dir auch damit folgen. Im Ergebnis sagst Du, jdedes Verhalten wider besseres Wissen ist ein dummes Verhalten also Dummheit. Der Pilot hatte eine umfangreiche Ausbildung für das Fliegen nach VFR und IR. Er hat die erforderlichen Entscheidungen für den Umgang mit dem aktuellen Wetter nicht getroffen und ist deswegen (durch sein dummes Verhalten) tödlich verunglückt.
Full Story: https://bit.ly/4AdV8fY
Das bringt mich aber auf einen ganz anderen Punkt: "Rauchen schädigt die Gesundheit" steht auf jeder Packung mit nikotinischem Inhalt. Ist jetzt jeder Raucher ein dummer Mensch oder wie wäre denn das zu relativieren, denn eine Packung Nikotin wird vermutlich niemanden töten.
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