Nach meiner gesicherten Annahme scheitert eine angemessene zeitliche Abarbeitung bei Verweisungen und Konsultationen an Prozessübergabe an die Gutachter. Diese Gutachter, welche im Auftrag des Luftfahrtbundesamt Verweisungen und Konsultationen auf die Fliegertauglichkeit begutachten sollen, sitzen an unterschiedliche Stellen im Bundesgebiet. Die fliegerärztlichen Unterlagen werden meiner Annahme auf dem Postweg zugesendet, dadurch verliert der Bewerber mindestens 2 Arbeitstage. Nun haben diese Gutachter meist eine Kassenpatienten - Hausarztpraxis, ich weis das, weil ich einige von denen antelefoniert hatte. Oft werden dann diese Gutachten im Auftrag des Luftfahrtbundesamt neben der Hausarztarbeit gemacht. Ich hatte kürzlich mit der Assistentin eines Fliegerarzt gesprochen. Ich fragte nach einen Kassenarzttermin. Diese antwortete mir, wir können keine neuen Patienten aufnehmen, weil wir zur Zeit 120 Kassenpatienten pro Tag haben. Ich fragte, und wie möchte unter diesen Bedingungen der Doktor noch Termine für flugmedizinische Untersuchungen durchführen können? Die Antwort, Piloten müssen etwa 6 Wochen warten. Und wenn diese Verhältnisse bei diesen 10 LBA angestellten Gutachter auch so ähnlich sind, dann kann ich mir Bearbeitungszeiten von annähernd 1 Jahr gut vorstellen.
Wenn ich in Prag einen Termin online zur flugmedizinischen Untersuchung am Montag buche, dann habe ich am Mittwoch meinen Fliegerarzttermin. Das hatte in den vergangenen Jahren immer so funktioniert. Vor 10 Jahren kam ich einfach unangemeldet, und wurde immer fürsorglich untersucht.
Ich möchte meine Vorstellungen auf den Tisch legen. Ich habe den neuen Präsidenten des LBA und den Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Herrn Stefan Schnorr, mittels persönliche Übergabeeinschreiben angeschrieben und mitgeteilt, wir brauchen in Deutschland ähnliche flugmedizinische Verhältnisse wie in der tschechischen Republik. Ich habe vorgeschlagen, die zwei flugmedizinischen Zentren, einmal der Bundeswehr und zum anderen der DLR zu einen Zentrum zusammen zu schliessen. Als nächstes soll der Fliegerarzt, welcher bisher bei dem LBA sein Arbeitssitz hatte ( früher war es Dr. Kirklies ) seinen Arbeitsplatz dort haben, wo Piloten untersucht werden, in diesen Fall im Zentrum Köln. Welche Person entscheidet als letzte Instanz bei Verweisungen und Konsultationen, ob ein zuvor abgelehnter Bewerber um eine Fliegertauglichkeit wieder tauglich erkannt werden soll? Diese Person muss dort arbeiten, wo Piloten zur Untersuchung hingehen, realerweise in den zusammengefügten Zentren der Bundeswehr und der DLR in Köln. Dann haben wir die kürzesten Entscheidungswege, meiner Ansicht könnten unter diesen Arbeitsbedingungen bereits am Untersuchungstag etwa 80 % aller zuvor abgelehnten Tauglichkeiten in einen fachärztlichen Gespräch zusammen mit dem medical asessor ( in der Art Dr. Kirklies ) neu flugmedizinisch eingeordnet werden und als fliegertauglich eingestuft werden. So funktioniert das meines Wissens in Prag.
Der flugmedizinische Fall von Andreas Lubitz spiegelt meiner Überzeugung die allgemeine medizinärztliche Organisation in der Bundesrepublik Deutschland.