Wow, jemand hat im Internet etwas gelesen, und es war falsch. Dazu gibt es seit 2008 den passenden XKCD: „Someone is wrong on the internet.” Falsche Informationen, schräge Forenposts und misleading Google-Treffer sind so alt wie das Netz. Die KI warnt wenigstens, dass sie Fehler machen kann. Der Kollege am Fliegerstammtisch, der erklärt, dass die Umkehrkurve aus 300 ft schon klappt, tut das nicht.
Wie immer gilt: Gehirn einschalten. Oder: „If you give a fool a faster tool, all you get is a faster fool.”
Denn KI ist ein unfassbar mächtiges Werkzeug. Anwendungen wie mein airfield.directory oder Brices FlyFunWeather gäbe es in dieser Form ohne KI schlicht nicht. Dass ein Sprachmodell heute noch Triebwerke falsch zählt, sagt über das Potenzial der Technologie ungefähr so viel aus wie ein Motorschaden 1905 über das Automobil. „Ich setze weiter aufs Pferd” war auch keine besonders weitsichtige Schlussfolgerung.
Ähnlich klang es übrigens, als das G1000 kam: Alles Schnickschnack, zu unzuverlässig, zu viel Elektronik, zu viel Ablenkung, ein ordentliches Sixpack tut’s doch. ADF needles for the win! iPad? Teufelszeug! Meine Papierkarte stürzt nicht ab
Die meisten Menschen haben noch nicht ansatzweise verstanden, wie tiefgreifend und positiv KI unsere Arbeit und Gesellschaft verändern wird. Wer als erfahrener Softwareentwickler täglich mit aktuellen Modellen arbeitet, bekommt davon zumindest eine Ahnung. Ähnliches berichten mir medizinische Forscher. Und das in einer atemberaubenden Geschwindigkeit.
Von einem Berufspiloten und kritischen Journalisten hätte ich mir deshalb deutlich mehr Differenzierung erwartet als eine Wutbürger-Kolumne auf BILD-Niveau.
In dem Zusammenhang sehr interessant zu lesen: https://www.golem.de/news/ki-assistenten-fuer-fluglotsen-das-ist-sehr-schwer-zu-programmieren-2608-212444.html. Über soetwas hätte ich mir eher in PuF einen Bericht erwartet.