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USA East Coast Juni 2016  
15. Juli 2016: Von Tobias Schnell  Single < 2 to. C172 Bewertung: +10.00 [10]

St Augustine KSGJ | Charleston Afb Intl KCHS | First Flight KFFA | Elizabeth City Cgas Rgnl KECG | Republic Farmingdale KFRG | Niagara Falls Intl KIAG | City Centre Toronto CYTZ | Buffalo Niagara Intl KBUF | University Park State College KUNV | Frederick Muni KFDK | Washington Dulles Intl KIAD | Richmond Intl KRIC | Raleigh Durham Intl KRDU | Space Coast Rgnl Titusville KTIX | Craig Muni Jacksonville KCRG

Nach vielen Flieger-Aufenthalten im Westen der USA sollte es diesmal an die Erkundung der mir bis dato unbekannten Ostküste gehen. Als Startpunkt wählten Nikolaus und ich St. Augustine in Florida, da mir die "Florida Flyers" von meiner ME-Ausbildung in 2011 noch in positiver Erinnerung waren.

Als Angestellter und Familienvater muss man natürlich mit seinen arbeits- und family-freien Tagen haushalten, so dass wir abzüglich Anreise-, Checkout- und Reservetagen nur sechs volle Tage für unsere Tour zur Verfügung hatten, in denen es aber zahlreiche Must-Destinations ins Logbuch zu bringen galt. Heraus kam ein eher dicht gedrängtes Programm - aber wir haben es keine Minute bereut.

Leider mussten wir kurzfristig von der ursprünglich geplanten 182RG auf eine 172SP "downgraden", aber das G1000 und der GFC700 haben die fehlende Speed wenigstens im Komfortfaktor wieder kompensiert.



Tag 1: St. Augustine, FL (KSGJ) - First Flight Airport, Kitty Hawk, NC (KFFA)

Morgens Abflug nach Charleston, SC. Ereignisloser 2-Stunden-Flug bei immer besser werdendem Wetter vorbei an Savannah, GA zum CHS. Interessanter Flughafen mit viel Linie, viel Militärflugbetrieb (Air Mobility Command mit dutzenden C17's) und der B787-Endmontage (Fotografieren der Flightline streng verboten!). Signature Flight Support mit gewohnt gutem Service, nicht zu teurem Sprit und kostenlosem Crew Car, das wir für einen Ausflug in die Stadt nutzen. Nette Waterfront und Shoppingmeile, für die anderen Sehenswürdigkeiten hat die Zeit nicht gereicht, denn es galt aufzubrechen zum "First Flight Airport" (KFFA), der neben dem Hügel liegt, an dem die Gebrüder Wright 1903 den ersten Motorflug wagten.

FFA ist unkontrolliert, day-only und es gibt keinen Sprit - aber diese historische Stätte darf natürlich nicht fehlen. Kaum zu glauben, wie sich die Fliegerei in den gerade mal gut 100 Jahren seit diesem ersten Hüpfer entwickelt hat. Nur das Design unserer C172 liegt zeitlich näher an den Wright Brothers als an der Neuzeit… Ein "Uber" bringt uns in unser Hotel auf den "Outer Banks" direkt am Meer und wir lassen den Abend dort und in einer örtlichen Mircobrewery ausklingen.


Tag 2: KFFA - Farmingdale, NY (KFRG)

In Ermangelung eines verfügbaren Verkehrsmittels machen wir uns ganz unamerikanisch auf eine 2-Meilen-Fußmarsch zum Flugplatz, der sich schon morgens um 9 Uhr als ziemlich schweißtreibend erweist. Als erstes ein kurzer VFR-Flug nach Elizabeth City (KECG) zum Tanken. Billiger Self-Service-Fuel und zur Unterhaltung USCG-C130, die Platzrunden üben. IFR-Plan aufgeben für den 300NM-Flug nach FRG, das von ForeFlight vorgeschlagene Routing führt direkt über den JFK - wir sind gespannt.

Tatsächlich fliegen wir knapp drei Stunden später völlig selbstverständlich und stressfrei in 4000 ft über einen der "busiest airports" der Welt und landen kurz darauf am gefühlt "busiest GA airport" Farmingdale auf Long Island. Talon Air als FBO steht schon mit dem Shuttle zur LIRR-Metro bereit, aber wir vertrösten den Fahrer nochmal, da wir nach einer Getränkepause noch auf einem kurzen Lokalflug den "Hudson Corridor" durchfliegen wollen. Ein echtes Erlebnis und bei entsprechender Vorbereitung auch gut machbar. Berührungsängste mit anderem Verkehr sollte man allerdings nicht haben - insbesondere die örtlichen Heli-Operators sind offensichtlich der Meinung, dass bei 100 ft vertikaler Staffelung seitliches Ausweichen nur was für Angsthasen ist...

Die LIRR bringt einen (wenn nicht gerade Signalstörung ist wie an diesem Tag) in ca. 1 h an die Penn Station nach Midtown Manhattan, in deren Nähe wir ein Hotel gebucht hatten. Sieben Stunden müssen jetzt reichen, um die entscheidenden "wir waren da"-Fotos am Times Square, Madison Square Garden, Empire State und 1WTC zu schießen. Blasen an den Füßen sind die gerechte Strafe für so eine Schnapsidee.


Tag 3: KFRG - CYTZ (Toronto City Airport)

Outbound fährt die LIRR pünktlich und auch der Abholservice von Talon Air funktioniert, so dass wir planmäßig zu unserem Flug nach Niagara Falls (KIAG) starten können. Vorhergesagt sind über die ganze Strecke 30 kts Gegenwind und ein Airmet warnt vor "moderate turbulence" im ganzen Staat New York. In der Tat ist es so bockig, dass wir selbst in unserer lahmen 172 ständig die Leistung reduzieren müssen. Der Versuch, "on top" zu kommen scheitert und der Gegenwind verlängert die (Tor)Tour nochmals. Erst so ca. 50 NM von KIAG wird es endlich besser.

In KIAG machen wir zuerst die APIS- und Zollanmeldung für den Flug nach Kanada und nutzen dann das Crew Car von Calspan Aviation für eine Fahrt zu den Niagarafällen. Zurück am Flugplatz ist zu unserer avisierten Abflugzeit kein CBP-Officer zu sehen, also starten wir pünktlich zum Flug über den Lake Ontario und genießen wenig später den traumhaften Anflug auf CYTZ. Am Boden fällt "Trans Capital Air" allerdings durch nicht vorhandenen Service, dafür saftige Gebühren negativ auf. Naja, nachdem wir telefonisch unser Kommen mit einer C172 angekündigt hatten und daraufhin die Frage kam, ob das ein "high wing" oder ein "low wing" sei, war eigentlich klar, dass das nix werden kann. In Toronto selbst reicht es zeitlich nur für einen Spaziergang durch Downtown, ein Abendessen und eine Fahrt auf den CN-Tower. Man bekommt allerdings den Eindruck, nun auch nicht sooo furchtbar viel verpasst zu haben.



Tag 4: CYTZ - Washington-Dulles, VA (KIAD)

Erste Amtshandlung um 06.30 Uhr im Hotel sind die Vorbereitungen für unsere Wiedereinreise in die USA. Da die Amerikaner bei dem Thema ja bekanntlich keinerlei Spaß verstehen, verwerfen wir den kurz ventilierten Gedanken, direkt nach Washington zu fliegen. Zu groß das Risiko, irgendwo ungeplant zwischenlanden zu müssen und richtigen Ärger zu bekommen. Die Wahl des „port of reentry“ fällt auf Buffalo, einem „landing rights“ airport. Diese bekommen wir nach erneutem Schicken des APIS-Formulars und einem länglichen Telefonat mit Officer W. auch „granted“ und machen uns auf dem Weg zum Flugplatz, denn die Ankunftszeit muss peinlich genau eingehalten werden.

Punkt 9 Uhr loc. machen wir Startup und nutzen die mit reichlich Reserve geplante Flugzeit für ein Routing entlang der Shoreline und ein paar Kreise über den Niagarafällen. Um 10 Uhr erreichen wir die Ramp in BUF und warten artig im Flugzeug auf den CBP-Officer. Die eigentliche Einreise dauert dann keine 30 Sekunden und nach dem Spritfassen geht es ins schlechte Wetter nach State College, PA (KUNV). Von dort tasten wir uns wegen vorhergesagter Gewitter VFR Richtung Süden vor und landen schließlich 30 NM vor unserem Ziel Washington in Frederick, MD (KFDK). Für den Flug in der „DC SFRA“, einem Ring mit 30 NM Radius um Washington, muss der PIC ein einstündiges Online-Training absolvieren, da insbesondere für VFR ein paar Sonderregelungen zu beachten sind. Wir geben deshalb für den Hüpfer nach KIAD einen IFR-Plan auf, da geht alles wie gehabt. Dulles selbst überrascht mit sehr wenig Verkehr, schon der erste Approach-Controller fragt nach unserem FBO und setzt uns nach der Antwort „Signature“ auf ein 25NM-Final der 19L.

Auf der Ramp in IAD wirkt unsere Skyhawk zwischen all den Gulfstreams, Hawkers und Legacys doch arg verloren (dito wir in unseren T-Shirts zwischen lauter Vierstreifern), aber in den USA ist Flugzeug eben Flugzeug und alle bekommen den gleichen Service. In unserem Fall ein Shuttle ins „Udvar-Hazy-Center“, einer Außenstelle des Smithsonian Air and Space Museums direkt am Flughafen voll mit aviatischen Leckerbissen (Space Shuttle Discovery, SR71, Boeing „Dash 80“, Concorde…). Später „Uber“ nach Downton, Check-in ins Hotel, dann Abendprogramm analog New York. Um 10.30 p.m. ruft Signature auf dem Handy an („Sir, are you the Captain of 507DM?“) und wir befürchten schon Katastrophen wie Misfueling mit JET-A1 oder so, aber der Mann möchte nur wissen, wie er die georderten 15 Gallonen AVGAS auf die beiden Tanks verteilen soll.


Tag 5: KIAD - Raleigh-Durham, NC (KRDU)

Trotz unserer Hilfestellung findet der Taxifahrer die FBO nicht, so dass wir vom Hauptterminal wieder den Shuttle von Signature in Anspruch nehmen müssen. Die „Dulles Access Road“ ist ein 15 Meilen langer Freeway ohne Ausfahrten oder Wendemöglichkeiten und der Fahrer war kurz davor, auf diesen wieder stadteinwärts aufzufahren. IAD mit teurem Sprit und ca. 40 $ Lande-und Parkgebühren, aber das wussten wir vorher und haben es aus Gründen der Bequemlichkeit in Kauf genommen. Das Rollen zur RWY30 braucht mehr Frequenzen und fast die gleiche Zeit wie der anschließende Flug nach Richmond, VA (KRIC). Besichtigung des Virginia State Capitols, Mittagessen, Spaziergang und Stadtrundfahrt mit dem best Crew Car ever, einem nagelneuen Mercedes E 350.

Weiterflug nach RDU, Signature hat unseren Leihwagen schon organisiert und wir genießen das beste Steak des Trips in der „Angus Barn“. Insgesamt waren wir von Raleigh sehr positiv überrascht.


Tag 6: KRDU - KSGJ

Der letzte Tag beginnt mit solidem IMC auf dem Weg nach Süden. Abflug bei 400 ft ceiling, Tankstop in Berkeley County (KMKS) dann aber schon wieder im schönsten Wetter. Das letzte Highlight der Reise soll ein Low Approach auf der „Shuttle Landing Facility“ am Kennedy Space Center sein. Geworden sind es dann mehrere, nachdem der Platz am Wochenende unkontrolliert ist (schade, wir hätten zu gerne mal mit „NASA Tower“ gesprochen) und man machen kann, was man will, so lange man die Bahn nicht nach Osten überfliegt: Dort beginnt das immer noch permanent aktive Beschränkungsgebiet des KSC. Ein letztes Mal Tanken in Titusville (KTIX), Mietwagen abholen in JAX Executive (KCRG) und dann der erste Alleinflug von Nikolaus in den USA, während ich das Auto nach SGJ fahre. Parken, Auspacken, Abschiedsfotos - cool war’s!

Tobias





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16. Juli 2016: Von Timm H. an Tobias Schnell

Very cool!! Alles richtig gemacht!! :-)

thanx for sharing!

16. Juli 2016: Von Dieter Kleinschmidt an Tobias Schnell

Schöner Trip. In der Angus Barn gab es schon immer gutes Essen. Ich habe 3 Jahre in Raleigh verbracht und kenne es natürlich. Kanntest Du Foreflight schon oder war es das erste Mal. Ich war im Mai in USA und habe mir ohne Vorkenntnisse das 'Foreflight Basic' Paket gegönnt. War seeehr zufrieden damit und kam gut zurecht. Etwas vergleichbares gibt hier wohl leider nicht.

16. Juli 2016: Von Tobias Schnell an Dieter Kleinschmidt

Foreflight hatte ich letztes Jahr das erste Mal benutzt. Ist wirklich ein tolles Tool für VFR und IFR, günstig im Preis und sehr intuitiv bedienbar. Besonders das "File+Brief" finde ich extrem übersichtlich gemacht und die frei konfigurierbaren Wetter-Overlays sind sehr hilfreich.

Tobias

16. Juli 2016: Von Dieter Kleinschmidt an Tobias Schnell

Foreflight kann auch ADS-B Daten darstellen (UAT+ES), die über einen externen Receiver empfangen werden (also online wetter, NOTAMS, Verkehr etc.). Sowas kann man für $$$ kaufen (Stratus) oder selber basteln (Raspberry PI, ca. $120).

16. Juli 2016: Von Wolfgang Lamminger an Tobias Schnell

Tobias,

ein sehr schöner, kurzweilig geschriebener Bericht. Vielen Dank, hat Spaß gemacht zu lesen!

Insbesondere, wenn man einige der von Euch angeflogenen Plätze oder Routen aus eigener Anschauung kennt, oder einige Plätze auf der "ToLand"-List hat; dafür sind die von Euch wiedergegebenen Erfahrungen sehr interessant und hilfreich!


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