
Die Vorstellung, jegliche Form von Aktivität des Bürgers erfassen und überwachen zu müssen, ist im Luftverkehr besonders tief verwurzelt. Den Vogel schießt hier eine Behörde ab: Sie sieht die gute Führung des Hauptflugbuchs als Tugend an sich, die dann Aufschlüsse über die sonstigen Qualitäten des Flugplatzbetreibers erlaubt! |
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Das Hauptflugbuch ist eine anachronistische und nutzlose Datenerhebung, die in Zeiten von Fliegen ohne Betriebsleiter erheblichen Mehraufwand – technisch oder personell – verursacht.
Die mühsam und teuer erhobenen Bewegungsdaten (nichts Derartiges findet sich in anderen Bereichen des Individualverkehrs zu Lande oder zu Wasser) dürfen nur von einem kleinen Nutzerkreis überhaupt verarbeitet werden.
Angefragt, ob sie diese Daten nutzen, antworten die betreffenden Behörden ganz schick und zeitgemäß „nein“, „nie“, „sehr selten“ und „Was ist das?“.
Wenn es also darum geht, einfach zu behaupten, man würde die Daten nicht nutzen, geben sich die Behörden ganz smart.
Die logische Konsequenz daraus kann nur sein: „Na fein, dann brauchen wir die also nicht mehr zu erheben. Lasst uns den uralten § 70 LuftVG, dieses Relikt aus der Nazizeit zur Verhinderung der Reichsflucht, einfach streichen.“
Damit konfrontiert, überschlagen sich die befragten Behörden in immer wilderen Begründungen, warum man die Daten vielleicht doch brauchen könnte.
Das ist das Verhaltensmuster eines sieben Jahre alten Kindes, das – gefragt, ob es noch mit den längst vergessenen Dinos spielt – sich plötzlich wieder an diese erinnert und sich vehement gegen die Abgabe der bis dahin vollkommen unbeachteten Spielsachen wehrt: Verlustangst, Bedenkenträgerei, Organisationsträgheit.
Der Staat spielt schon seit vielen Jahren nicht mehr mit den Daten aus dem Hauptflugbuch, weil er bessere, neuere und wirksamere Spielsachen (Daten) zur Verfügung hat. Begehrt der Bürger aber die Abschaffung der inzwischen sehr aufwendigen Bürde, zeigt sich der Verwaltungsapparat getriggert und schnappt ein.
Die Irrationalität wird am besten von einer bestimmten Behörde verkörpert, die sich gegen die Abschaffung des Hauptflugbuchs wehrte, weil man am Hauptflugbuch erkennen könne, ob der Flugplatzbetreiber „ansonsten ordentlich arbeite.“
Das Hauptflugbuch ist also zur Kopfnote geworden: Aufmerksamkeit: Drei, Fleiß leider nur eine Vier minus.
Und wenn alle hanebüchenen Begründungen abgearbeitet sind und die nackte Sinnlosigkeit des Hauptflugbuchs für alle sichtbar im Raum steht, funktioniert immer noch das deutsche Totschlagargument: „Die Länder ziehen da nicht mit.“
Also ist das Hauptflugbuch bei der Bürokratie-Abbau-Offensive der Merz-Regierung bestehen geblieben.
Es gibt aber noch andere Wege, diesen Unsinn zu kippen, die Frey in seinem Artikel aufzeigt.
Versuchen wir also die Sache positiv zu betrachten: Der Grund, weshalb das Hautpflugbuch überhaupt so lästig geworden ist, ist der Umstand, dass Fliegen ohne Betriebsleiter immer weitere Verbreitung findet. Aber auch hier konnten wir uns nicht selbst vom Flugleiter befreien, wie viele andere Länder in Europa oder Nordamerika. Es bedurfte erst eines Akts der ICAO (= Gott), um die Deutschen ein Stück näher zur Freiheit zu führen!
Beim leidigen Thema Hauptflugbuch wird uns die ICAO nicht retten. Das müssen wir ganz allein schaffen!
Lesen Sie in der Juli-Ausgabe von Pilot und Flugzeug den detaillierte Bericht und die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung von Guido Frey zu diesem Thema.