Dazu kommt, daß Reparierbarkeit in 15 Jahren mit Sicherheit in keinem Lastenheft steht*
*weiß jemand, wie die Ersatzteilversorgung in der Automobilindustrie kalkuliert wird?
Ja. Typischerweise 15 Jahre nach EOP (end of production). Inklusive Auflagen, was mit Wissen (Software) und Werkzeugen zu passieren hat, falls der Zulieferer über die Wupper geht (kommt ja zunehmend vor, was man so liest).
Man kann das nachlesen, bei Audi sind es auch 15 Jahre.
Da wir über einen umgebauten Mercedes-Motor (OM640) sprechen, hier der Passus aus den aktuellen Mercedes Benz Special Terms:
5. Versorgungszeit und Bezugsrecht
Der Partner ist verpflichtet, MBAG mit Ersatzteilen für das Produkt während eines Zeitraums
von mindestens 15 Jahren nach dem Serienauslauftermin zu beliefern. Die Lieferung erfolgt
auf Anforderung von MBAG. Die Verschrottung von teilespezifischen Fertigungseinrichtungen
der Baureihe bzw. des Teiles darf ungeachtet der Eigentumsverhältnisse nur nach schriftlicher
Zustimmung von MBAG erfolgen.
Durchgespielt am konkreten Beispiel: der Vor-Vorgänger des 3er BMWs (E90) hatte SOP (start of production) in 2004 und lief 2011 das letzte Mal vom Band. Und geht damit jetzt in 2026 irgendwann aus der verpflichtenden Ersatzteilversorgung.
Alle Original-Designs hätten damit schon lange das "drinking age" in USA erreicht. Spezialisierte Chips sind dabei das größte Problem - zum Vergleich, ein aktueller PC-Prozessor in 2004 war der Pentium 4.
Die Reparierbarkeit ist geregelt und weit entfernt von "wir legen mal das Zeug, was wir nicht verbaut haben, ins Regal" (abgesehen davon, dass die Fertigungsleitung Fragen gestellt bekommt, wenn sie bei absehbarer Umstellung oder Produktionsende noch überhaupt Einzel-Teile übrig hat).